Friedrich Ani erhält Münchner Literaturpreis: Ein Gespräch über Leben und Werk
Friedrich Ani über seinen Münchner Literaturpreis

Der Münchner Schriftsteller Friedrich Ani wird in diesem Jahr mit dem renommierten Münchner Literaturpreis ausgezeichnet. In einem exklusiven Gespräch mit unserer Redaktion spricht der 65-Jährige über sein Lebenswerk, die Bedeutung der Landeshauptstadt für seine Arbeit und die Entstehung seiner bekanntesten Krimifigur, des Ermittlers Tabor Süden.

Eine tiefe Verbindung zu München

Ani, der seit Jahrzehnten in München lebt und arbeitet, betont die enge Verbindung zwischen seiner Literatur und der Stadt. „München ist nicht nur Kulisse, sondern ein lebendiger Charakter in meinen Geschichten“, erklärt er. Die Stadt mit ihren Gegensätzen – zwischen Tradition und Moderne, zwischen Wohlstand und Abgründen – biete einen unerschöpflichen Stoff für Erzählungen. Besonders die weniger glamourösen Seiten Münchens, die er in seinen Kriminalromanen erkundet, hätten ihn immer fasziniert.

Die Geburt einer Kultfigur

Seine wohl bekannteste Figur, der Privatdetektiv Tabor Süden, entstand laut Ani aus dem Wunsch heraus, einen Ermittler zu schaffen, der nicht nur Fälle löst, sondern auch die menschlichen Abgründe hinter den Verbrechen ausleuchtet. „Süden ist ein Suchender, einer, der die Stille liebt und die Einsamkeit kennt“, beschreibt Ani seinen Helden. Die Figur sei stark von der Münchner Atmosphäre geprägt – von den versteckten Winkeln der Stadt, den stillen Parks und den lauten Straßen. „Ohne München gäbe es Tabor Süden nicht“, so der Autor.

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Ein Preis für das Lebenswerk

Der Münchner Literaturpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird, würdigt das Gesamtwerk von Schriftstellern, die einen besonderen Bezug zur Stadt haben. Für Ani ist die Auszeichnung eine große Ehre: „Dieser Preis bedeutet mir sehr viel, weil er aus meiner Heimatstadt kommt. München hat mich als Autor geprägt, und ich bin dankbar, dass meine Arbeit hier Anerkennung findet.“

Neben seinen Kriminalromanen hat Ani auch Gedichte, Essays und Kinderbücher veröffentlicht. Sein Stil zeichnet sich durch eine präzise, oft poetische Sprache aus, die selbst düstere Themen mit einer gewissen Leichtigkeit behandelt. Kritiker loben seine Fähigkeit, Spannung mit literarischem Anspruch zu verbinden.

Zukunft und neue Projekte

Auch nach der Auszeichnung will Ani nicht kürzertreten. Er arbeitet bereits an einem neuen Roman, der wieder in München spielt. „Es wird eine Geschichte über Schuld und Vergebung, über die Schatten der Vergangenheit“, verrät er. Die Stadt werde wieder eine zentrale Rolle spielen, denn „München ist ein Ort, der nie aufhört, mich zu inspirieren“.

Die Verleihung des Münchner Literaturpreises findet am 15. Juni im Münchner Rathaus statt. Die Laudatio hält die Schriftstellerin und frühere Preisträgerin Sybille Lewitscharoff. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

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