Es gibt Orte, die scheinen für bestimmte Klänge geschaffen zu sein. Das Kirchlein im Grünen in Alt Placht ist ein solcher Ort – umgeben von Landschaft, Stille und Weite. Am Sonntag, 3. Mai, um 15 Uhr wird es zur Bühne für ein ebenso besonderes Konzerterlebnis: Liquid Soul – Musik aus Wasser und Luft.
Begegnungen zwischen Ost und West
Hinter dem Programm stehen Beate Gatscha und Gert Anklam, zwei Künstler, die sich seit Jahren im Spannungsfeld zwischen Kulturen, Klangwelten und Ausdrucksformen bewegen. Ihr musikalischer Dialog lebt von der Begegnung – zwischen Ost und West, Tradition und Experiment, Bewegung und Meditation. Dabei entstehen Klanglandschaften, die weniger erzählt als vielmehr erfahrbar werden wollen.
Das Instrumentarium ist so ungewöhnlich wie die Musik selbst: Neben verschiedenen Saxophonen erklingen unter anderem Sheng und Xiao aus China, die indonesische Gender Wayang, die Suling-Flöte sowie die selten zu hörende Wasserstichorgel. Aus diesen Klangfarben entwickeln Beate Gatscha und Gert Anklam eine poetische, bisweilen fast schwebende Musik, die auch von Reisen nach Indien, Afrika, China, Japan und Indonesien inspiriert ist – und doch eine ganz eigene, unverwechselbare Sprache spricht.
Wurzeln in der Freejazzszene der späten DDR
Gert Anklam zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der experimentellen und interkulturellen Musikszene. Seine künstlerische Laufbahn führte ihn von den Wurzeln der Freejazzszene der späten DDR bis auf internationale Bühnen – darunter die Verbotene Stadt in Peking und die General Assembly Hall der Vereinten Nationen in New York. In den vergangenen Jahren hat er sich verstärkt intermedialen Projekten gewidmet, häufig in Zusammenarbeit mit Beate Gatscha, die mit Tanz, Perkussion und der Wasserstichorgel eigene Akzente setzt.
Das Konzert im Kirchlein im Grünen versteht sich bewusst als offenes Angebot: Eintrittskarten werden nicht verkauft, Plätze nicht reserviert. Stattdessen sind die Besucher eingeladen, am Ende eine Spende zu geben, die dem Erhalt des besonderen Ortes zugutekommt. Die Landfrauen aus Densow bieten jeweils eine Stunde vor und nach der Veranstaltung einen Imbiss auf der Festwiese in Alt Placht an.
Ein Nachmittag also für alle, die bereit sind, sich einzulassen – auf Musik, die fließt, atmet und Räume öffnet.



