MittagsMusik in Falkenhagen: Quillo-Ensemble startet Konzertsaison mit zeitgenössischen Klängen
In Falkenhagen verwandelt sich die Mittagspause in ein kulturelles Highlight: Das Quillo-Ensemble eröffnet am 26. März die neue Konzertsaison mit seiner etablierten Reihe „MittagsMusik“. Dieses einzigartige Format vereint zeitgenössische Klänge, gemeinsames Essen und persönliche Begegnungen – mitten in der Woche und mitten im Dorfleben der Nordwestuckermark.
Ein Konzertformat, das verbindet
Wenn um 12 Uhr mittags Geige, Cello und Klavier auf dem Hof Quillo erklingen, beginnt nicht nur ein Konzert, sondern ein ganz besonderes Erlebnis. Unter dem charmanten Motto „Vorspiel für den Gaumen & Nachspeise für die Ohren“ lädt das Ensemble zu einer weiteren Ausgabe der MittagsMusik ein, die sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Institution in der Region entwickelt hat. Der ehemalige Vierseithof wird damit erneut zum Treffpunkt für Musikliebhaber, Neugierige und alle, die ihre Mittagspause kulturell bereichern möchten.
Das Konzept ist bewusst schlicht und zugänglich gestaltet: Ein kurzweiliges Konzert mit anschließendem gemeinsamen Essen. Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel „Fink und Falafel“ und präsentiert Werke für Violine, Cello und Tasteninstrumente, interpretiert von Julia Yoo Soon Gröning (Violine), Luise Rau (Cello) und Max Renne (Tasten). Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt deutlich, dass dieses Format auch mitten in der Woche sein Publikum findet. Wer einmal teilgenommen hat, weiß, dass hier nicht nur exzellente Musik serviert wird, sondern auch wertvolle gemeinsame Zeit entsteht.
Vom Trio zum etablierten Solistenensemble
Dass solche kulturellen Veranstaltungen überhaupt in Falkenhagen stattfinden, ist dem besonderen künstlerischen Projekt des Quillo-Ensembles zu verdanken. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 hat sich das Ensemble dem Ziel verschrieben, zeitgenössische Musik zu initiieren, zu vermitteln und als lebendige Gegenwartskunst zu etablieren. Aus einem bescheidenen Trio ist im Laufe der Jahre ein zwölfköpfiges Solistenensemble gewachsen, das regelmäßig in wechselnden Besetzungen auftritt.
Das Markenzeichen des Ensembles sind ungewöhnliche Aufführungsorte, innovative Formate und ein offener, experimentierfreudiger Blick auf die Gegenwartsmusik. Die Konzerte sollen nicht nur neue Klänge hörbar machen, sondern auch Perspektiven verschieben – zwischen Bühne und Publikum, zwischen konventionellem Konzertbetrieb und alltäglichem Leben.
Kultureller Ankerpunkt im ländlichen Raum
Der Hof Quillo selbst dient als künstlerisches Zuhause und kreative Basis des Ensembles. Der ehemalige Vierseithof wurde in den vergangenen Jahren behutsam zu einem vielseitigen Kulturort umgestaltet: Das historische Bauernhaus fungiert heute als Konzert- und Theaterraum, der ehemalige Pferdestall wurde zum Kino umfunktioniert, und die Remise dient als Büro. Hier entstehen kontinuierlich neue Programme, Projekte der kulturellen Bildung und innovative Formate, die den ländlichen Raum bewusst als kreativen Resonanzraum begreifen.
Damit hat sich der Hof im wahrsten Sinne des Wortes zu einem „Kulturellen Ankerpunkt“ im Land Brandenburg entwickelt. Der Blick in den Jahreskalender 2026 bestätigt diese Rolle eindrucksvoll: Neben der etablierten MittagsMusik werden auch Reihen wie „Reihe Neue Musik“ und die beliebte „ZuFußQultour“ fortgesetzt.
Ausblick auf kommende Veranstaltungen
Der Auftakt im März bietet zugleich einen Vorgeschmack auf das nächste Konzert am 11. April, wenn es auf dem Hof Quillo deutlich „schlagkräftiger“ zugehen wird. Unter dem Titel „Big Things“ widmet sich dieser Abend ganz dem Schlagwerk. Die Percussionisten Dominic Oelze, Elias Aboud und Martin Barth bringen eine beeindruckende Palette von Instrumenten zum Klingen – vom filigranen Glockenspiel bis zum überraschenden Topfdeckel. Unterstützt werden sie von den Quillo-Pianisten Lion Hinnrichs und Max Renne.
Auf dem Programm stehen Werke zeitgenössischer Komponisten wie Yariv, Trevino, Thierry de Mey, Iannis Xenakis, Casey Cangelosi Chapman, Laurello, Aboud und Holmes. Im Anschluss an das Konzert lädt das Ensemble traditionell zum Gespräch und einem Getränk am gemütlichen Quillo-Lagerfeuer ein – eine Gelegenheit für direkten Austausch zwischen Künstlern und Publikum.
Die MittagsMusik in Falkenhagen beweist eindrucksvoll, wie zeitgenössische Musik auch abseits urbaner Zentren lebendig und zugänglich präsentiert werden kann. Das Quillo-Ensemble schafft damit nicht nur künstlerische Höhepunkte, sondern auch nachhaltige kulturelle Strukturen im ländlichen Raum.



