Sarah Engels fährt mit 'Fire' zum ESC - Deutschland setzt auf Flammen und Pop
Sarah Engels fährt mit 'Fire' zum ESC für Deutschland

Sarah Engels vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026

Die deutsche Unterhaltungslandschaft hat eine neue ESC-Hoffnung: Sarah Engels wird Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien vertreten. Die 33-jährige Sängerin setzte sich beim deutschen Vorentscheid in Berlin gegen acht Mitbewerber durch und sicherte sich damit das Ticket zum großen Finale am 16. Mai.

Feuriger Auftritt mit Botschaft

Ihr Song "Fire" wurde bereits beim Vorentscheid mit einer spektakulären Inszenierung präsentiert. Hohe Flammen züngelten auf der Bühne, während Engels mit ihren Tänzerinnen in einem roten Dress darüber wirbelte. "Ich freue mich so krass, dass ich dabei sein darf und ich werde mein Bestes geben für Deutschland", versprach die überglückliche Sängerin nach ihrem Sieg.

Inhaltlich soll das tanzbare Pop-Stück vor allem Frauen stärken. "Wir leben in einer Welt voller Social Media. Irgendwie wirkt alles so unecht", erklärte Engels. Sie wolle jeder Frau sagen, dass sie sich nicht verstellen müsse, sondern einfach sie selbst sein dürfe.

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Knapper Sieg gegen starke Konkurrenz

Der Weg zum Sieg war alles andere als einfach. Im Finale standen sich drei Acts gegenüber:

  • Sarah Engels mit "Fire"
  • Sängerin Molly Sue mit "Optimist (Ha Ha Ha)"
  • Wavvyboi aus Liechtenstein mit "black glitter"

Zur härtesten Konkurrenz entwickelte sich Wavvyboi, der nicht-binäre Act überzeugte mit einer Mischung aus Gitarrenriffs, hohen melodischen Gesangslinien und einer kraftvollen Bühnenshow. Das Votum fiel äußerst knapp aus: Sarah Engels erhielt 38,3 Prozent der Stimmen, Wavvyboi kam auf 34,15 Prozent.

Erfahrene Bühnenkünstlerin mit bewegter Karriere

Sarah Engels ist keine Unbekannte in der deutschen Unterhaltungsbranche. Bekannt wurde sie 2011 durch ihre Teilnahme an "Deutschland sucht den Superstar", wo sie ins Finale einzog. Seitdem hat sie sich zu einer vielseitigen Künstlerin entwickelt:

  1. Teilnahme an zahlreichen TV-Shows wie "Let's Dance", "The Masked Singer" und "Das große Promibacken"
  2. Musical-Star in Köln mit der Hauptrolle in "Moulin Rouge!"
  3. Eisläuferin bei "Holiday on Ice"
  4. 1,8 Millionen Follower auf Instagram

Lange Zeit wurde ihr Gesangstalent unterschätzt, doch nun hat sie die Chance, sich auf der größten europäischen Musikbühne zu beweisen.

Neue Strukturen beim deutschen Vorentscheid

Anders als in den Vorjahren verantwortete diesmal nicht der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Auswahlprozess, sondern der Südwestrundfunk (SWR). Der Sender setzte auf sogenannte Songwriting-Camps, um geeignete ESC-Titel zu entwickeln, und holte internationale Experten ins Boot.

Eine 20-köpfige Jury aus 20 Ländern thronte mit kleinen Flaggen über den Künstlern und half bei der Vorauswahl. Der schwedische ESC-Experte Christer Björkman betonte, dass ein Gewinner-Lied "auch auf einem größeren Markt funktionieren" müsse - nicht nur in Deutschland.

Die schwere Mission vor der Engels steht

Die Aufgabe wird für die Kölnerin alles andere als leicht. In den vergangenen zehn Jahren lief es für deutsche Künstler beim ESC meist miserabel:

  • Oft landeten sie auf letzten oder vorletzten Plätzen
  • Nur Michael Schulte erreichte 2018 mit Platz vier ein Top-Ergebnis
  • Sänger Isaak (2024, 12. Platz) und das Duo Abor & Tynna (2025, 15. Platz) fuhren zuletzt Mittelfeld-Ränge ein

Nicht mehr Teil der Auswahlmaschinerie war Moderator Stefan Raab, der im vergangenen Jahr wegen der deutschen ESC-Misere reaktiviert worden war, aber mit Platz 15 an seinen eigenen Ambitionen scheiterte. Beim Vorentscheid kam er nur noch als Erinnerung vor, als die Moderatorinnen Hazel Brugger und Barbara Schöneberger sein Lied "Wadde hadde dudde da?" aus dem Jahr 2000 parodierten.

Persönlicher Glücksbringer und familiäre Unterstützung

Nach ihrem Sieg wollte Engels rasch ihre Kinder anrufen, die vor dem Fernseher mitgefiebert hatten. "Der Glücksbringer, den sie mir heute Morgen mitgegeben haben, der hat gefruchtet", verriet die Sängerin. Es handelte sich um ein kleines Faultier mit der Botschaft: Ruhe bewahren.

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Diese innere Ruhe wird die 33-Jährige beim ESC-Finale in Wien benötigen, wo Österreich als Gastgeber auftritt, nachdem es den Wettbewerb 2025 mit dem Countertenor JJ gewonnen hatte. Die Teilnahme Israels hat im Vorfeld bereits für Diskussionen gesorgt, einige Länder boykottieren den ESC als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen.

Sarah Engels kann auf ihre 1,8 Millionen Instagram-Follower zählen, die sie auf die Reise mitnehmen wird. Mit "Fire" und ihrer erfahrenen Bühnenshow hofft sie, endlich die lang ersehnte Wende für Deutschland beim Eurovision Song Contest einzuleiten.