Die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contests (ESC) hat in Wien mit einer glamourösen Eröffnungszeremonie begonnen. Die deutsche Teilnehmerin Sarah Engels sorgte dabei für Aufsehen: Sie erschien in einer auffälligen roten Flammenrobe, die optisch eine Ergänzung zu ihrem Song „Fire“ darstellte. Das Kleid sei jedoch „nicht ganz so gemütlich, wie es aussieht“, gestand die 33-Jährige im ORF-Interview. Der 200 Meter lange Teppich vom Burgtheater zum Wiener Rathaus war für sie eine Herausforderung.
Feierliche Stimmung trotz Kontroversen
Mehrere tausend Fans feierten die Künstler aus 35 Nationen während der rund zweistündigen Zeremonie. Besonders gespannt war man auf die Reaktion des Publikums auf den israelischen Sänger Noam Bettan. Die Teilnahme Israels war im Vorfeld stark diskutiert worden, fünf Länder boykottieren den ESC aus Protest gegen das Vorgehen im Gazastreifen. Bettan, der mit dem mehrsprachigen Song „Michelle“ antritt, wurde jedoch freundlich empfangen. Gut gelaunt schüttelte er Hände und rief: „Lasst uns Spaß haben.“
Strenge Sicherheitsmaßnahmen
Aufgrund der angespannten internationalen Lage gelten beim diesjährigen ESC strenge Sicherheitsvorkehrungen. In der Stadthalle sind Taschen verboten, zahlreiche Überwachungskameras wurden installiert. Das Gelände der Eröffnungsshow wurde von schwer bewaffneten Beamten gesichert. Die Polizei ist täglich mit mehreren Hundert Einsatzkräften vor Ort. Für den Finaltag ist die wohl größte propalästinensische Demonstration angekündigt.
Ausblick auf die Wettbewerbe
Die ESC-Wettbewerbe starten am Dienstag mit dem ersten Halbfinale, in dem auch Israel antritt. Sarah Engels plant für diese Runde eine „Überraschung“, wie der betreuende Sender SWR mitteilte. In Fan-Kreisen wird spekuliert, ob ihr Song „Fire“ mit einem Piano-Intro aufgewertet wird. Nach dem Sieg des Countertenors JJ in Basel ist Wien zum dritten Mal Austragungsort des Musik-Spektakels. Österreich schickt den 19-jährigen Sänger Cosmó mit dem Song „Tanzschein“ ins Rennen.



