Ein exklusiver Blick in die verborgene Welt der Orgel
Normalerweise bleibt der unscheinbare Seiteneingang an der monumentalen Orgel in der Neubrandenburger Konzertkirche streng verschlossen. Nur ausgewählten Experten wie Orgelbaumeister Andreas Schulz ist der Zutritt gestattet. Doch für drei außergewöhnliche Tage öffnete sich diese geheimnisvolle Tür und gewährte einen faszinierenden Einblick in das sensible Innenleben der sogenannten „Königin der Instrumente“.
Drei Tage intensive Pflege für ein Meisterwerk
Einmal jährlich widmet sich Andreas Schulz mit höchster Konzentration der umfassenden Wartung und dem präzisen Stimmen der gewaltigen Orgel. Drei volle Tage benötigt der erfahrene Meister für diese anspruchsvolle Aufgabe, bei der er jedes Detail des Instruments auf Herz und Nieren prüft. Die Orgel verfügt über mehr als 2800 einzelne Pfeifen, die in perfekter Harmonie zusammenwirken müssen, unterstützt von modernster Elektroniksteuerung.
„Diese jährliche Inspektion ist absolut essentiell für den einwandfreien Klang und die Langlebigkeit des Instruments“, erklärt Schulz während seiner Arbeit. Der Orgelbaumeister führte ausnahmsweise durch das sonst verborgene Innere des imposanten Musikinstruments und demonstrierte die komplexe Mechanik, die hinter den majestätischen Klängen steckt.
Von den höchsten bis zu den tiefsten Tönen
Im Inneren der Orgel offenbart sich eine faszinierende Welt aus Holz, Metall und präziser Technik. Besonders interessant sind die unterschiedlichen Pfeifentypen, die für die enorme Klangvielfalt verantwortlich sind:
- Die kleinsten Pfeifen erzeugen die höchsten, fast schwebenden Töne
- Die größten Pfeifen produzieren die tiefsten, fundamentalen Klänge
- Jede einzelne Pfeife muss perfekt gestimmt und gewartet werden
- Die moderne Elektronik steuert das komplexe Zusammenspiel präzise
Die genaue Anordnung und Funktion dieser beeindruckenden Pfeifenlandschaft bleibt normalerweise dem Publikum verborgen, bildet aber die essentielle Grundlage für den unverwechselbaren Klang der Konzertkirchen-Orgel.
Nächster musikalischer Höhepunkt mit Starorganistin
Nach Abschluss der intensiven Wartungsarbeiten wird die Orgel bereits am 28. Februar um 19.30 Uhr wieder in voller Pracht erklingen. Die lettische Starorganistin Iveta Apkalna wird dann ein anspruchsvolles Programm präsentieren, das Kompositionen von Franz Liszt, Robert Schumann, Pēteris Vasks und Arvo Pärt umfasst. Dieses Konzert verspricht, die perfekt gestimmte Orgel in all ihrer klanglichen Vielfalt zu präsentieren und die Ergebnisse der sorgfältigen Pflegearbeiten hörbar werden zu lassen.
Die seltene Gelegenheit, das Innenleben dieses musikalischen Meisterwerks zu erkunden, unterstreicht die Bedeutung regelmäßiger professioneller Pflege für den Erhalt solch historisch und kulturell wertvoller Instrumente. Die Konzertkirche Neubrandenburg bewahrt mit dieser jährlichen Inspektion nicht nur ein technisches Wunderwerk, sondern auch ein Stück lebendiger Musikkultur für kommende Generationen.



