Vom gestressten Anwalt zum Mafia-Mörder mit ruhigem Gewissen
Anklam • Was passiert, wenn ein überlasteter Strafverteidiger durch Achtsamkeitstraining lernt, seine Probleme auf radikale Weise zu lösen? Die Antwort gibt die Krimikomödie „Achtsam morden“, die nun an der Vorpommerschen Landesbühne ihre Bühnenpremiere feiert. Basierend auf der Bestsellerreihe von Karsten Dusse, die auch als Netflix-Serie erfolgreich war, erzählt das Stück die absurde Geschichte des Anwalts Björn Diemel.
Buch- und Serienerfolg als Inspiration ohne Berührungsängste
Regisseur Oliver Trautwein bezeichnet die Produktion als „richtig schöne dunkle Komödie“. Obwohl viele Zuschauer die literarische oder filmische Vorlage kennen würden, bereite dies dem Theaterteam keine Probleme. „Wir zeigen unsere eigene Erfindung“, betont Trautwein. Ausstatterin Gesine Ullmann, die sich als Kennerin der Romanvorlage outet, und der Regisseur, dem eher die TV-Adaption aufgefallen war, schaffen gemeinsam eine eigenständige Bühnendarstellung.
Drei Schauspieler meistern siebzehn Rollen
Das Besondere an dieser Inszenierung ist die personelle Besetzung: Nur drei Darsteller verkörpern alle siebzehn Figuren der Geschichte. Felix Neander übernimmt die Hauptrolle des Björn Diemel, eines Anwalts, der sowohl beruflich als Strafverteidiger eines Mafia-Bosses als auch privat unter enormem Druck steht. Durch eine Achtsamkeitstherapie lernt er, seine Konflikte auf mörderische, aber seelenruhige Weise zu beseitigen.
Romy Meine und Sebastian Hildebrand wechseln auf offener Bühne zwischen den unterschiedlichsten Charakteren:
- Therapeuten und kleine Kinder
- Kriminelle und Ehepartner
- Empfangsdamen und sogar den „inneren Widerstand“
Kontrast von Morddrama und Seelenfrieden als besonderer Reiz
„Er vermag mit gutem Gefühl die grausamsten Dinge zu tun“, beschreibt Trautwein den Protagonisten. Dieser Kontrast zwischen Gewalttaten und innerer Ruhe, zwischen Drama und komischen Momenten, bildet den Kern der Inszenierung. Der Regisseur verspricht skurrile Figuren, merkwürdige Charaktere und Slapstick-Elemente bis hin zur Farce.
Für die schnellen Rollen- und Schauplatzwechsel hat das Team eine innovative Lösung gefunden: Kostüme und Requisiten sind durchgängig auf einer Traversenkonstruktion präsent. „So wie bei einem Puppenspieler, der auch immer alle seine Figuren zur Hand hat“, erklärt Bühnen- und Kostümbildnerin Gesine Ullmann.
Pures Theater mit Shakespeareschem Anspruch
Trautwein betont den theatralischen Charakter der Produktion: „Das ist pures Theater, nicht anders als zu Shakespeares Zeiten, quasi mit nichts die Fantasie der Zuschauer zu öffnen.“ Die Herausforderung, in einem Stück so viele verschiedene Figuren zu spielen, erfordere eine besondere Spielweise, die jedoch bei gelungener Umsetzung wunderbare Ergebnisse erziele.
Die Premiere von „Achtsam morden“ findet am 21. März um 19.30 Uhr im Theater Anklam statt. Weitere Vorstellungen sind geplant:
- 25. März und 4. April in der Blechbüchse Zinnowitz
- 27. März in der Barther Boddenbühne
- 2. April im Theater Anklam
Karten sind unter der Telefonnummer 03971 2688800 erhältlich.



