Theaterpremiere in Bernburg: Schüler bringen turbulente Komödie "Campiello" auf die Bühne
Bernburger Schüler bringen "Campiello" als turbulente Komödie auf die Bühne

Junge Talente begeistern: Carolinum-Schüler bringen "Campiello" zur Premiere

Die Theatergruppe des Bernburger Carolinums präsentiert am Donnerstagabend erstmals ihre neueste Produktion im Bernburger Theater. Auf dem Spielplan steht die turbulente Komödie "Campiello" in einer Fassung des bekannten österreichischen Autors Peter Turrini. Das Stück verspricht eine amüsante Mischung aus Liebe, Intrigen und handfesten Konflikten im historischen Venedig.

Ein Platz voller Leben und Konflikte

Die Handlung spielt auf dem kleinen Platz eines Armenviertels in Venedig, dem namensgebenden Campiello. Hier treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander, deren Umgangsformen alles andere als fein sind. Der Ton ist rau, die Dialoge direkt und unverblümt. Es wird laut gestritten, geschrien und sich beschimpft zwischen den bunten, schlichten Häusern des Viertels, wo das Leben in all seiner Intensität pulsiert.

Im Zentrum des Geschehens steht der junge, etwas einfältige Anzoletto, gespielt von Mark Paszulya. Seine Wut richtet sich gegen den feinen, erfahrenen Cavaliere, dargestellt von Phillip Müller. In einer dramatischen Szene hält Anzoletto dem Cavaliere sogar ein Messer mit imposanter Klinge an den Hals. Doch nicht nur er, sondern praktisch alle Bewohner des Platzes würden dem Cavaliere am liebsten an die Gurgel gehen.

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Ein Ensemble voller Leidenschaft

Neben Mark Paszulya und Phillip Müller glänzt Sophia Hippe in der Rolle der Fabrizia. Das gesamte Schülerensemble zeigt beeindruckendes schauspielerisches Engagement und bringt die lebendige Atmosphäre des Stückes authentisch auf die Bühne. Die Darsteller verkörpern ihre Charaktere mit einer Leidenschaft, die das Publikum direkt in die hitzigen Auseinandersetzungen des Campiello hineinzieht.

Obwohl der Cavaliere am Ende nicht getötet wird, bleibt er nicht ungeschoren. Die Geschichte nimmt einen versöhnlichen, aber dennoch konsequenten Ausgang, der die sozialen Spannungen und menschlichen Abgründe des Armenviertels einfühlsam widerspiegelt. Peter Turrinis Fassung betont dabei besonders die derben, aber ehrlichen Umgangsformen der einfachen Leute.

Ein besonderer Abend für Bernburg

Die Premiere markiert einen Höhepunkt im kulturellen Leben Bernburgs und zeigt das beachtliche Niveau der schulischen Theaterarbeit am Carolinum. Die Aufführung verspricht nicht nur unterhaltsame Theatermomente, sondern auch einen tiefen Einblick in die sozialen Dynamiken einer vergangenen Epoche. Für die jungen Darsteller ist es eine wertvolle Gelegenheit, Bühnenerfahrung zu sammeln und ihr Talent vor öffentlichem Publikum unter Beweis zu stellen.

Das Bernburger Theater bietet mit dieser Produktion einmal mehr eine Plattform für lokale Nachwuchstalente und stärkt damit die kulturelle Infrastruktur der Region. Die turbulente Komödie über Liebe, Eifersucht und die rauen Sitten des einfachen Volkes wird sicherlich lange in Erinnerung bleiben.

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