Radikal jung feiert 20. Jubiläum: Festival für junge Regie im Volkstheater
Radikal jung: 20 Jahre Festival für junge Regie

Radikal jung feiert 20. Jubiläum mit europäischen Regietalenten

Das Festival Radikal jung kehrt in seiner 20. Ausgabe zurück und bringt erneut Inszenierungen junger Regietalente aus ganz Europa ins Münchner Volkstheater. Vom 24. April bis 3. Mai 2026 präsentiert das Festival zwölf ausgewählte Produktionen, die von einer fünfköpfigen Jury aus über sechzig Einreichungen ausgewählt wurden. Die Bandbreite reicht von klassischen Theaterstücken über Performance bis hin zu Tanz, wobei Themen wie Migration, Integration und gesellschaftlicher Widerstand im Fokus stehen.

Die Entstehungsgeschichte: Von finanziellen Nöten zu einem Leuchtturmprojekt

Die Gründung des Festivals geht auf die Initiative von Volkstheater-Intendant Christian Stückl zurück, der vor rund zwanzig Jahren mit einer schwierigen finanziellen Situation konfrontiert war. Das Budget des Volkstheaters betrug damals nur etwa ein Achtel dessen, was das Residenztheater und die Kammerspiele für ihre Schauspieler zur Verfügung hatten. Stückl beschloss daher, auf junge Talente zu setzen und kontaktierte den SZ-Kritiker C. Bernd Sucher, um ein Buch über junge Regie zu realisieren. Aus der Idee, die porträtierten Arbeiten auch live zu zeigen, entstand schließlich das Festival Radikal jung.

Nach einer ersten reduzierten Ausgabe mit vier Inszenierungen gelang es Stückl, den Stromanbieter E.ON als Sponsor zu gewinnen, der mit einer Finanzspritze von 400.000 Euro das Überleben des Festivals sicherte. Heute trägt das Volkstheater die Kosten von rund 600.000 Euro alleine, da E.ON als Sponsor abgesprungen ist. Stückl betont jedoch die immense Bedeutung des Festivals für das Haus und seine Strahlkraft im deutschsprachigen Raum.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Das Programm: Vielfalt und Aktualität im Fokus

Die diesjährige Ausgabe wird am 24. April mit der Inszenierung Antigone des georgischen Regisseurs Mikheil Charkviani eröffnet, die den Bogen von Sophokles zu heutigen Revolutionsbewegungen schlägt. Weitere Highlights umfassen:

  • Opera Of Hope von Mable Preach, die am 25. April die Geschichte einer Migrantin erzählt und eine Dekolonisation der Ohren anstrebt.
  • Die Performance Unruhe von Nolwenn Peterschmitt am 28. und 29. April, die den Tanz als existenzielles Ritual untersucht.
  • Die dreieinhalbstündige Inszenierung Der Idiot nach Dostojewski vom Theater Münster am 30. April.
  • Die Heimatshow Heidi des Theaters Freiburg am 1. Mai, die heitere Unterhaltung verspricht.

Ein besonderer Akzent liegt auf dem Thema Migration, das sich wie ein roter Faden durch das Festival zieht. Das Theater Bremen präsentiert unter dem Titel Der Zauberer von Öz - Eine Fußballtragödie eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen Mesut Özil, der 2014 mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister wurde, aber weiterhin mit Ressentiments konfrontiert war. Diese Inszenierung beschließt das Festival am 3. Mai, bevor der Publikumspreis verliehen wird.

Rahmenprogramm und Abschied eines Mit-Initiators

Neben den Hauptinszenierungen bietet das Festival ein umfangreiches Rahmenprogramm mit einer Eröffnungsparty, einem Gossip-Stammtisch und Publikumsgesprächen. Mit der 20. Ausgabe verabschiedet sich auch C. Bernd Sucher, Mit-Initiator und langjähriges Jury-Mitglied, vom Festival, bleibt aber symbolisch im Herzen von Radikal jung erhalten. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen, und das vollständige Programm ist auf der Webseite des Volkstheaters einsehbar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration