Theaterkritik: Talent und Firlefanz bei Rotas und Milhaud im Prinzregententheater
Talent und Firlefanz: Theaterkritik zu Rota und Milhaud

Kritik: Ein Auf und Ab im Prinzregententheater

Die Theaterakademie präsentiert derzeit einen Doppelabend im Münchner Prinzregententheater, der unter dem Titel „Auf und Ab“ für Aufmerksamkeit sorgt. Gezeigt werden Nino Rotas Oper „I due timidi“ und Darius Milhauds Werk „Le Pauvre Matelot“ in einer Inszenierung von Ingo Kerkhof. Die Aufführung bietet eine interessante Mischung aus vielversprechendem Talent und gelegentlichem Firlefanz, die das Publikum teilt.

Die Inszenierung von Ingo Kerkhof

Regisseur Ingo Kerkhof hat sich der beiden kurzen Opern angenommen und präsentiert sie in einer modernen Interpretation. Während Rotas Stück mit seiner leichten, fast komödiantischen Note überzeugt, wirkt Milhauds düstere Geschichte vom armen Matrosen stellenweise überladen. Kerkhofs Ansatz schwankt zwischen genialen Einfällen und unnötigen Zutaten, was den Abend zu einer Achterbahnfahrt der Emotionen macht.

Die musikalische Darbietung

Musikalisch überzeugt die Produktion durchweg. Die jungen Sängerinnen und Sänger der Theaterakademie zeigen beachtliches Talent und meistern die anspruchsvollen Partituren mit Bravour. Besonders hervorzuheben ist die Präzision des Orchesters, das unter der Leitung eines erfahrenen Dirigenten die Werke einfühlsam umsetzt. Hier wird das Potenzial der Nachwuchskünstler deutlich sichtbar.

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Bühnenbild und Kostüme

Das Bühnenbild, gestaltet von einem aufstrebenden Designer, ist minimalistisch gehalten und lässt Raum für die Interpretation der Geschichten. Allerdings wirken einige Elemente wie Firlefanz und lenken unnötig von der Handlung ab. Die Kostüme hingegen sind stimmig und unterstützen die Charaktere der Figuren effektiv.

Fazit des Abends

Insgesamt hinterlässt der Doppelabend „Auf und Ab“ einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite steht das unbestreitbare Talent der beteiligten Künstler, auf der anderen Seite der gelegentliche Firlefanz, der die Inszenierung belastet. Für Liebhaber seltener Opernwerke ist der Besuch dennoch lohnenswert, bietet er doch einen Einblick in das Schaffen von Nino Rota und Darius Milhaud, das in Deutschland selten zu sehen ist.

Die Vorstellungen laufen noch bis zum 25. März 2026 im Prinzregententheater München und bieten eine gute Gelegenheit, die Nachwuchstalente der Theaterakademie live zu erleben.

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