Theaterpreis Berlin ehrt libanesisches Künstlerduo für poetische Minimalistik
Der renommierte Theaterpreis Berlin geht in diesem Jahr an das aus dem Libanon stammende Künstlerduo Lina Majdalanie und Rabih Mroué. Die Stiftung Preußische Seehandlung gab die Entscheidung bekannt und würdigt damit die außergewöhnlichen Beiträge der beiden Künstler zur internationalen Theaterlandschaft.
Langjährige Zusammenarbeit und künstlerische Verdienste
Seit dem Jahr 1990 arbeiten Majdalanie und Mroué gemeinsam als Regisseure, Performer und Autoren von Theatertexten. Beide wurden in den 1960er Jahren in der libanesischen Hauptstadt Beirut geboren – Majdalanie 1966 und Mroué 1967 – und leben seit vielen Jahren in Berlin. Für ihre künstlerischen Leistungen erhalten sie nun den mit 20.000 Euro dotierten Theaterpreis Berlin.
Der Stiftungsratsvorsitzende und Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), betonte in einer Stellungnahme: „Das Duo bereichert die Theaterlandschaft mit ihren szenischen Lesungen und Performances, in denen sie ihre Erfahrungen aus dem Libanon oder etwa auch aus Bertolt Brechts Exil in den USA verarbeiten.“ Dabei verbinden sie individuelle Geschichten mit politischer Historie zu einzigartigen künstlerischen Statements.
Prägende Einflüsse auf das zeitgenössische Theater
Die Jury hob hervor, dass Majdalanie und Mroué in den vergangenen 25 Jahren die Sprache des zeitgenössischen Theaters maßgeblich erweitert, verschönert und präzisiert haben. „Ihre Autor*innenschaft ist antiautoritär, ihr Ausdruck minimalistisch, ihre Form maximal poetisch“, urteilten die Juroren. Der subtile Humor in ihren Werken ermögliche erst die tiefe Ernsthaftigkeit ihrer künstlerischen Auseinandersetzungen.
Neben ihrer gemeinsamen Arbeit haben beide Künstler auch einzeln bedeutende Beiträge zur Kulturwelt geleistet:
- Kuratorische Tätigkeiten bei zahlreichen kulturellen Veranstaltungen weltweit
- Lehrtätigkeiten an Universitäten in verschiedenen Ländern
- Erhalt verschiedener internationaler Auszeichnungen und Preise
Künstlerisches Vermächtnis und Zukunftsperspektiven
Mit ihrem minimalistischen Stil und poetischen Formen haben Majdalanie und Mroué eine unverwechselbare künstlerische Handschrift entwickelt, die das zeitgenössische Theater nachhaltig beeinflusst. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine besondere Sensibilität für politische und historische Themen aus, die sie in persönliche Erzählungen übersetzen.
Die Verleihung des Theaterpreises Berlin unterstreicht nicht nur die künstlerische Qualität ihrer Arbeit, sondern auch die Bedeutung interkultureller Dialoge im Theater. Das Duo verbindet in seinen Werken libanesische Erfahrungen mit europäischen Theatertraditionen und schafft so eine Brücke zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten.
Die Preisverleihung markiert einen Höhepunkt in der bereits über drei Jahrzehnte währenden künstlerischen Partnerschaft und würdigt zwei Persönlichkeiten, die mit ihrer Arbeit kontinuierlich neue Maßstäbe im zeitgenössischen Theater setzen.



