EU verbietet Fleischbegriffe für Veggie-Produkte – Drei Jahre Übergang
EU verbietet Fleischbegriffe für Veggie-Produkte

Die Europäische Union hat endgültig beschlossen, dass pflanzliche Fleischalternativen künftig nicht mehr mit Begriffen wie „Steak“, „Speck“ oder „Leber“ beworben werden dürfen. Die EU-Staaten folgten damit einer Einigung mit Vertretern des Europäischen Parlaments. Hersteller und Händler haben drei Jahre Zeit, bis die neuen Regeln angewendet werden und sie ihre Produkte umbenennen müssen. Bereits hergestellte Produkte dürfen in diesem Zeitraum abverkauft werden.

Welche Begriffe sind tabu?

Bislang durften typische Fleischbezeichnungen auch für pflanzliche Alternativen verwendet werden. Dies soll grundsätzlich möglich bleiben. Tabu sind künftig jedoch Bezeichnungen, die sich auf Tier- oder Fleischarten und einzelne Teilstücke beziehen: etwa Geflügel, Rindfleisch, Rippchen, Schulter, Leber, Kotelett oder Speck. Auch für im Labor gezüchtete oder zellbasierte Produkte sind diese Begriffe nicht erlaubt. Fleisch wird in dem Text als „genießbare Teile von Tieren“ definiert.

Hintergrund des Verbots

Abgeordnete des Europaparlaments hatten im vergangenen Jahr ein Verbot von Begriffen wie „Tofu-Wurst“, „Soja-Schnitzel“ oder „Veggie-Burger“ ins Spiel gebracht. Sie argumentierten mit dem Schutz von Verbrauchern und Landwirten. In Deutschland stieß der Vorschlag auf Kritik, unter anderem von Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU). Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Verbraucher sind schlau und mündig. Das bedeutet für die Branche unnötigen Mehraufwand.“ Bei der endgültigen Abstimmung im Rat enthielt sich Deutschland.

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Verbreitung pflanzlicher Alternativen

Pflanzliche Fleischalternativen gehören in vielen deutschen Haushalten fest zum Speiseplan. Laut der Nachhaltigkeitsstudie des Marktforschers YouGov im Auftrag von Rewe greifen vor allem junge Menschen zu diesen Produkten. Studienautor Robert Kecskes rechnet damit, dass die Produkte weiter an Bedeutung gewinnen und sich im Mainstream etablieren. Häufig stehe hinter dem Kauf der Wunsch, den Fleischkonsum zu verringern.

Bis 2022 stieg laut YouGov die Zahl der Haushalte, die sich um vegane Ernährung bemühen, deutlich an. Anschließend schwächte sich die Dynamik ab. Kecskes führt das unter anderem auf den Begriff „Ersatz“, fehlendes Vertrauen in das Versprechen „Gesundheit“ und die angestrebte Geschmacksparität zurück. Wichtigste Käufergruppe sind Flexitarier – Menschen, die nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen. Langfristige Veganer hätten hingegen häufig kein Verlangen mehr nach Fleischgeschmack und benötigten weniger Ersatzprodukte.

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