Liebeskummer ist eines der fiesesten Gefühle überhaupt. Wer darunter leidet, bekommt oft denselben Rat: Loslassen. Doch was, wenn das Herz nicht mitspielt und man noch Gefühle für den Ex hat? In dieser Ausgabe unseres Beziehungs-Newsletters „Ein FUNKE Liebe“ erinnert sich unsere Autorin an ihren ersten Liebeskummer und verrät, was sie heute anders machen würde.
Der erste Liebeskummer: Eine schmerzhafte Erinnerung
Ich werde nie vergessen, wie es sich anfühlte, als mir zum ersten Mal das Herz gebrochen wurde. Ich war 20 Jahre alt, als sich mein erster Freund nach zwei Jahren Beziehung von mir trennte. Damals war ich überzeugt, dass mein Leben nun vorbei sei. Ich konnte kaum noch essen, weinte nachts stundenlang und fühlte mich, als hätte jemand mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Noch schlimmer als der Schmerz selbst war die Vorstellung, dass er niemals verschwinden würde. Ich hatte keine Ahnung, wie ich dieses schreckliche Gefühl jemals loswerden sollte.
Also tat ich das, was viele Menschen nach einer Trennung tun: Ich erklärte dem Schmerz den Krieg. Aus Wut und Verzweiflung verbrannte ich unsere gemeinsamen Fotos, löschte digitale Erinnerungen, zerriss Liebesbriefe und verbannte alles aus meinem Leben, was mich an ihn erinnerte. Rückblickend war das ziemlich theatralisch. Aber ich war 20 Jahre alt und fest davon überzeugt, dass dieser radikale Schnitt die einzige Möglichkeit war, um weiterzumachen.
Die Zeit heilt Wunden – aber die Erinnerung bleibt
Und tatsächlich: Die Zeit tat das, was sie meistens tut. Der Liebeskummer wurde schwächer. Die Tage wurden leichter. Irgendwann verliebte ich mich neu. Heute, mehr als 15 Jahre später, bereue ich allerdings eine Sache: dass ich damals alle Fotos gelöscht habe. Nicht, weil ich meinen Ex zurückhaben möchte. Sondern weil ich gerne noch einmal auf diese Zeit zurückblicken würde. Auf die Reisen, die kleinen Momente des Glücks, auf die junge Frau, die ich damals war. Auch wenn die Beziehung scheiterte, war sie doch Teil meines Lebens. Sie hat mich geprägt, mich glücklich gemacht und mir wichtige Erfahrungen geschenkt. Warum sollte all das ausradiert werden, nur weil das Ende schmerzhaft war?
Deshalb würde ich heute niemandem raten, nach einer Trennung vorschnell sämtliche Fotos, Videos und Erinnerungsstücke zu vernichten. Man muss sie nicht täglich anschauen. Man kann sie in einen Ordner verschieben oder in eine Kiste packen. Aber die eigene Vergangenheit komplett zu löschen, fühlt sich Jahre später manchmal an, als hätte man ein Kapitel seiner Lebensgeschichte herausgerissen.
Unterschiedliche Wege, mit Trennungen umzugehen
Gleichzeitig verstehe ich jeden Menschen, der genau das Gegenteil tut. Eine Freundin von mir erlebte vor einigen Jahren eine so schmerzhafte Trennung, dass sie ihren Ex auf sämtlichen Kanälen blockierte. In ihrer Gegenwart durften wir zeitweise nicht einmal seinen Namen erwähnen. Eine andere Freundin kämpft mit dem umgekehrten Problem: Sie kann ihren Ex bis heute nicht vergessen. Obwohl sie längst in einer neuen Beziehung ist, trauert sie noch immer dieser Person nach.
In der Serie „Sex and the City“ behauptet Charlotte York einmal, die Dauer des Liebeskummers betrage ungefähr die Hälfte der Beziehungsdauer. Eine charmante Formel, die Hoffnung macht. Leider hält sich das Herz selten an mathematische Regeln. Das bestätigt auch Andrea Buch. Sie ist Psychologin, kennt sich mit Trennungen aus und weiß: Je mehr Faktoren eine Beziehung verbunden hat, desto anstrengender ist die Trennung, da man sie auf verschiedenen Ebenen durchlaufen muss. Uns hat sie ihre Tipps verraten, mit denen Betroffene ihren Trennungsschmerz überstehen können – und sie warnt vor einem großen Fehler.
Sex mit dem Ex: Riskant oder heilsam?
Trotz einer Trennung finden Paare oft wieder zueinander, sei es nur für eine Nacht. Sex mit dem Ex mag zwar für manche reizvoll und vertraut klingen, birgt aber ein hohes Risiko für Gefühlschaos und verletzte Grenzen. „Empfehlen würde ich es jetzt nicht, aber ich höre ständig, dass es passiert“, sagt Paar- und Sexualtherapeutin Annette Hosenfeld. Hier verrät sie, wann Sex mit dem Ex besonders gefährlich wird.
Hilfe bei anhaltendem Liebeskummer
Fest steht: Liebeskummer und gebrochene Herzen werfen nicht nur verknallte Teenies aus der Bahn. Manchmal wollen das Leid und der Schmerz einfach nicht besser werden, egal in welchem Alter. Hier kann Unterstützung von außen helfen. Elena-Katharina Sohn und ihr Team etwa haben sich auf solche Herzensangelegenheiten spezialisiert. Hier verrät die Expertin, welche Fragen wir uns stellen sollten, um den Liebeskummer zu überwinden.
Heute denke ich nur noch selten an meinen ersten Freund. Aber wenn ich es tue, dann ohne Schmerz. Eher mit einer gewissen Zärtlichkeit für die junge Frau, die glaubte, ihr Leben sei vorbei, nur weil ein Mann sie verlassen hatte. Sie konnte damals nicht wissen, dass noch viele glückliche Jahre vor ihr liegen würden.



