Abends ins Bett, der Hund springt hinterher und rollt sich neben seinem Menschen zusammen. Kaum ein Thema sorgt unter Hundebesitzern für so viele Diskussionen. Für viele Halter ist das ein vertrautes Bild. Tatsächlich schlafen zahlreiche Hunde regelmäßig mit im Bett und manche Menschen sogar besser als mit ihrem Partner.
Viele Hunde dürfen mit ins Bett
Eine Umfrage unter 1000 Hundebesitzern in den USA zeigt: 76 Prozent erlauben ihrem Hund, im selben Bett zu schlafen. Bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis. 33 Prozent der verheirateten Befragten gaben an, besser zu schlafen, wenn nur der Hund bei ihnen im Bett liegt. Die Mehrheit von 56 Prozent schläft jedoch am besten, wenn sowohl Partner als auch Hund mit im Bett sind.
Warum Hunde den Schlaf verbessern können
Mehrere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Eine Untersuchung der Mayo-Klinik in den USA zeigt, dass manche Menschen ruhiger schlafen, wenn ihr Hund in der Nähe ist. Die Anwesenheit des Tieres vermittelt offenbar Geborgenheit und Sicherheit. Auch das gleichmäßige Atmen des Hundes kann beruhigend wirken.
Eine weitere US-Studie aus dem Jahr 2018 mit mehr als 900 Frauen ergab, dass sich viele mit einem Hund im Bett wohler, geschützter und weniger gestört fühlten als mit einem menschlichen Bettnachbarn. Auch in Deutschland ist das gemeinsame Schlafen verbreitet. Laut einer TNS-Infratest-Umfrage von 2013 teilt rund ein Drittel aller Hunde nachts das Bett mit Herrchen oder Frauchen.
Wie hygienisch ist ein Hund im Bett?
Kritiker führen vor allem hygienische Gründe an. Ganz unbegründet sind diese Bedenken nicht. Hunde verlieren Haare, die im Bett landen und manche Menschen stören können. Zudem können sich Parasiten wie Zecken, Milben oder Flöhe im Fell verstecken und mit ins Bett gelangen.
Für gesunde Menschen stellt ein gepflegter, sauberer und regelmäßig entwurmter Hund nach Einschätzung von Experten jedoch meist keine hygienische Gefahr dar. Wichtig sind regelmäßige Wurmkuren sowie die Kontrolle des Fells auf Zecken und andere Parasiten. Hundetrainerin Christina Kuko aus Aachen sieht das Thema deshalb entspannt. Gegenüber PETBOOK sagt sie: „Wer seinen Hund mit ins Bett nehmen möchte, kann das ruhig tun.“
Macht das den Hund zum Chef?
Die Sorge, ein Hund könne sich durch den Schlafplatz im Bett als ranghöher ansehen, hält die Expertin für unbegründet. „Wenn der Hund im Bett schlafen darf, ändert das an der Beziehung zum Menschen nichts“, sagt Kuko. Ein gut erzogener Hund kenne seinen Platz innerhalb der Familie. Auch eine Vermenschlichung des Tieres sieht sie darin nicht. Der gemeinsame Schlafplatz habe keinen negativen Einfluss auf die Erziehung.
Was gegen den Hund im Bett spricht
Nicht jeder schläft mit einem Vierbeiner besser. Hunde geben Körperwärme ab, was im Winter angenehm sein kann. Im Sommer wird es dagegen schnell zu warm. Dazu kommt das Schlafverhalten vieler Haustiere. Sie drehen sich um, kratzen sich, lecken ihre Pfoten, stehen auf oder springen wieder aufs Bett. Manche schnarchen sogar.
Wer einen leichten Schlaf hat oder einen besonders unruhigen Hund, wird dadurch möglicherweise immer wieder geweckt. Dann kann ein eigener Schlafplatz für den Vierbeiner die bessere Lösung sein.
Ob der Hund im Bett schlafen sollte, hängt am Ende vor allem von Mensch und Tier ab. Wichtig ist, dass beide nachts zur Ruhe kommen.



