Kampf um begehrte Frequenzen
Wenn das Handy schlechten Empfang hat oder Videos unterwegs ruckeln, liegt das nicht nur an fehlenden Funkmasten. Entscheidend sind auch die verfügbaren Frequenzen. Besonders begehrt sind niedrige Frequenzen, weil sie große Flächen versorgen und Gebäude besser durchdringen. Genau deshalb richtet sich der Blick nun auf das sogenannte UHF-Band zwischen 470 und 694 Megahertz, das bisher auch für DVB-T2 genutzt wird.
Eine Studie von WIK-Consult im Auftrag von Telekom, Vodafone und Telefónica hat untersucht, wie diese Frequenzen nach 2030 verteilt werden sollen. Die Netzbetreiber sehen darin großes Potenzial: Zusätzliche UHF-Frequenzen könnten die Mobilfunkkapazität in ländlichen Regionen um ein Drittel erhöhen – ganz ohne neue Funkmasten.
Antennenfernsehen verliert an Bedeutung
Für DVB-T2 wird die Debatte zunehmend kritisch. Denn wenn der Mobilfunk mehr Platz im UHF-Band erhält, müsste das Antennenfernsehen Frequenzen abgeben. Die Studie verweist darauf, dass DVB-T2 inzwischen nur noch eine vergleichsweise kleine Rolle spielt: Rund 2,3 Millionen Haushalte nutzen den Empfangsweg noch stationär. Bei privaten Sendern sank die Zahl der kostenpflichtigen Abonnements von etwa einer Million im Jahr 2020 auf nur noch 416.000 Ende 2025.
Gleichzeitig ist die Verbreitung teuer. ARD und ZDF gaben laut Studie zwischen 2021 und 2024 rund 290 Millionen Euro für DVB-T2 aus. Würden Programme stärker über das Internet verbreitet, könnten die öffentlich-rechtlichen Sender innerhalb von zehn Jahren mehrere Hundert Millionen Euro einsparen.
Fernsehen bleibt, aber anders
Ein Ende des linearen Fernsehens bedeutet das jedoch nicht automatisch. Programme könnten künftig verstärkt über Internetverbindungen oder per 5G-Mobilfunk übertragen werden.



