Meta integriert Gesichtserkennung in KI-Brillen – Datenschützer alarmiert
Meta baut Gesichtserkennung in KI-Brillen ein

Der US-amerikanische Tech-Konzern Meta hat laut einem Bericht der Computerzeitschrift „Wired“ offenbar eine Gesichtserkennungssoftware in seine KI-Brillen integriert. Noch ist die Funktion nicht nutzbar, doch Fragmente im Code der Brillen deuten auf eine entsprechende Schnittstelle hin. Das System mit dem Namen „NameTag“ wurde demnach durch mehrere Updates in die Begleit-App von Meta eingebaut, die für die Nutzung von Ray-Ban- und Oakley-Modellen erforderlich ist.

Funktionsweise von „NameTag“

Die Funktion soll Personen identifizieren, die von der in der Brille integrierten Kamera erfasst werden. Erkennt das System eine Person, erhält der Träger oder die Trägerin eine Benachrichtigung. Dafür speichert „NameTag“ biometrische Signaturen – ähnlich einem Gesichtsabdruck – und gleicht diese mit auf dem Smartphone gespeicherten Gesichtsabdrücken ab. Meta hatte zuvor öffentlich erklärt, eine solche Funktion sorgfältig prüfen zu wollen, bevor sie eingeführt wird. Laut der Recherche wurden jedoch bereits im Januar Kernkomponenten des Systems in die Software integriert.

Kontroverse erinnert an Facebook-Skandal

Der Schritt ist umstritten und erinnert an eine Kontroverse aus den 2010er-Jahren, als Facebook ein automatisches Gesichtserkennungssystem für Fotos einführte. Damals löschte das Unternehmen eine Milliarde Gesichtsbilder und zahlte 650 Millionen US-Dollar, um eine Sammelklage zu vermeiden. Datenschützer zeigen sich nun erneut alarmiert. Laut „Wired“ könnten die Daten nicht nur von Stalkern, sondern auch von Behörden wie der Einwanderungsbehörde ICE missbraucht werden.

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Experten warnen vor „Überwachungsmaschine“

Der Sicherheitsforscher Cooper Quintin bezeichnete die Funktion als „verteilte Überwachungsmaschine“. Er sagte: „Trotz der Milliarden von Gründen, die dagegen sprechen, scheint Meta die Möglichkeit geschaffen zu haben, seine Kunden in eine verteilte Überwachungsmaschine zu verwandeln.“ Der Datenschutzforscher Buchodi ergänzte, dass die Hauptkomponenten der Gesichtserkennung bereits in der Begleit-App enthalten seien und nur noch wenige Teile fehlten, bis die Funktion voll funktionsfähig sei.

Möglicher Nutzen für Blinde, aber grundsätzliche Bedenken

Trotz aller Kritik könnte die Funktion für blinde Menschen nützlich sein. Dennoch warnt Woodrow Hartzog, Professor für Datenschutzrecht an der Boston University, vor solchen Systemen. Selbst ein Opt-in-Schutz, also die aktive Zustimmung der Nutzer, sei laut Hartzog unzureichend. Die Debatte um Gesichtserkennung in KI-Brillen dürfte damit weiter an Fahrt gewinnen.

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