Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem tödlichen Angriff am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin die Bevölkerung zu Zusammenhalt und Widerstandsfähigkeit aufgerufen. „Diese Taten haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben, nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Berlin kurz vor einem Gedenkgottesdienst. „Ich möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des CSD hier in Berlin und in ganz Deutschland zurufen: Lassen sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern.“
Ein Toter und 29 Verletzte – islamistischer Hintergrund vermutet
Bei dem Angriff am späten Samstagabend wurde eine Frau getötet und 29 Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Polizei fahndet nach dem mutmaßlichen Täter Abdul B. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus. Die genauen Hintergründe werden derzeit von Spezialkräften des Landeskriminalamts untersucht. Die Opfer wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, mehrere schweben noch in Lebensgefahr.
Merz: Extremisten haben keinen Platz in der Gesellschaft
„Diese Straftäter und Extremisten haben keinen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft. Wir sind mehr, wir sind stärker“, betonte Merz. Die Bundesregierung zeigte sich erschüttert über die Tat. Innenministerin Nancy Faeser kündigte eine verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften bei queeren Veranstaltungen an. Der CSD in Berlin gilt als eine der größten LGBTQ+-Demonstrationen Europas.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Die Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey sprach von einem „feigen Anschlag auf die freie Gesellschaft“. Auch Vertreter der Opferhilfeorganisationen forderten mehr Schutz für queere Menschen. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) erklärte, die Tat zeige, dass die Gefahr des Islamismus real sei. Man dürfe sich jedoch nicht von Hass und Gewalt einschüchtern lassen.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Fahndung nach dem Verdächtigen Abdul B. läuft bundesweit. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft liegen Hinweise auf eine islamistische Motivation vor. Die Tat ereignete sich am Rande des CSD-Umzugs im Stadtteil Kreuzberg. Zeugen berichteten von einem Fahrzeug, das in die Menschenmenge gerast sei. Die Polizei bestätigte, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte.
Die dpa berichtet, dass die Sicherheitsbehörden ihre Maßnahmen für kommende Großveranstaltungen überprüfen. Der Bundeskanzler forderte zudem eine konsequente Strafverfolgung und warnte vor pauschalen Verdächtigungen gegen Muslime. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Extremisten unsere Gesellschaft spalten“, so Merz abschließend.



