CSD Dresden veranstaltet Mahnwache nach Anschlag in Berlin
CSD Dresden: Mahnwache nach Berlin-Anschlag

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin veranstaltet der CSD Dresden am Abend eine Mahnwache in der Dresdner Altstadt. Die Organisatoren rufen dazu auf, gemeinsam der Opfer zu gedenken und den Angehörigen und Betroffenen Mitgefühl zu zeigen. Die Veranstaltung beginnt um 20.00 Uhr hinter dem Kulturpalast an der Ecke Schlossstraße/Rosmaringasse.

Symbolträchtiger Ort der Mahnwache

Der Ort der Mahnwache ist bewusst gewählt. Dort befindet sich eine Gedenktafel, die an den islamistisch motivierten Messerangriff auf ein schwules Paar am 4. Oktober 2020 erinnert. Bei jener Attacke starb einer der Männer, der andere überlebte schwer verletzt. Der CSD Dresden möchte damit ein starkes Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen und gleichzeitig die Erinnerung an die Opfer wachhalten.

Stimmen aus dem CSD-Vorstand

Ronald Zenker, Vorstandssprecher des CSD Dresden e.V., berichtete von seinen eigenen Erlebnissen in Berlin: „Ich war gestern selbst in Berlin. Nur wenige Minuten bevor das Gelände rund um das Brandenburger Tor vollständig evakuiert wurde, befand ich mich im Gästebereich des CSD Berlin.“ Die Erleichterung sei groß gewesen, als man gewusst habe, dass es allen rund 40 Menschen aus der Dresdner CSD-Familie, die in Berlin waren, gut geht. „Was bleibt, ist tiefe Betroffenheit. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die diesen schrecklichen Anschlag miterleben mussten.“

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Details zum Anschlag in Berlin

Ein Autofahrer hatte am Samstagabend im Berliner Tiergarten am Rande des CSD Menschen angefahren. Anschließend attackierte er nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) weitere Passanten mit einer Art Machete. Eine Frau starb bei dem Angriff, 29 weitere Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21 Jahre alten Tatverdächtigen, der zum islamistischen Spektrum gehören soll. Der Vorfall hat bundesweit Bestürzung ausgelöst und zeigt erneut die Bedrohung durch extremistische Gewalt gegen die LGBTQ+-Community.

Reaktionen aus der Region

Die Mahnwache in Dresden ist eine von vielen Solidaritätsbekundungen in ganz Deutschland. Auch in Hamburg gab es eine Kundgebung mit rund 800 Teilnehmern. Der Anschlag überschattete dort die CSD-Feierlichkeiten. In Berlin zeigen sich Sportclubs erschüttert. Die sächsische Landeshauptstadt betont mit der Mahnwache den Zusammenhalt und die Menschlichkeit, die gerade jetzt wichtiger denn je seien.

Der CSD Dresden rief die Teilnehmer auf, Kerzen oder Laternen mitzubringen, um ein Licht gegen das Dunkel des Hasses zu setzen. Die Veranstalter betonen, dass die Mahnwache ein friedliches und besinnliches Gedenken sein soll, ohne politische Parolen, ganz im Sinne der Opfer und ihrer Angehörigen.

Hintergrund: Erinnerung an frühere Gewalttat

Der Ort der Mahnwache erinnert an die schreckliche Tat von 2020, als ein Angreifer ein schwules Paar vor einem Café attackierte. Dieser Angriff hatte damals in der Dresdner Stadtgesellschaft tiefe Betroffenheit ausgelöst und zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen bei CSD-Veranstaltungen geführt. Der CSD Dresden will mit der Wahl des Ortes zeigen, dass die Erinnerung an solche Taten wach bleibt und die Gemeinschaft entschlossen ist, sich gegen jede Form von Hass und Gewalt zu stellen.

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