Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat die Polizei den Tatverdächtigen bei einem Einsatz erschossen. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wurde der 21-jährige Abdul B. in einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau von Einsatzkräften getötet. Eine offizielle Bestätigung der Polizei stand zunächst aus, doch aus Sicherheitskreisen verlautete, dass die Identität des Toten nun geprüft werde.
Der Anschlag auf den CSD
Der Mann hatte am Sonntag einen Kastenwagen in eine Menschenmenge unweit der Straßenparade des CSD im Berliner Tiergarten gesteuert. Dabei kam eine Frau ums Leben, etliche weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Bundesregierung geht von einem islamistischen Terroranschlag aus. „Darauf deutet alles hin“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Montag.
Die Fahndung nach dem Verdächtigen
Die Polizei gab bereits in der Nacht bekannt, dass sie einen mutmaßlichen Verdächtigen identifiziert habe. Der Mann sei polizeibekannt und werde der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Am Morgen veröffentlichte die Behörde ein Foto und fahndete auf der Plattform X öffentlich nach dem 21-jährigen Abdul B. Die Ermittler baten die Bevölkerung um Hinweise zu seinem Aufenthaltsort.
Der Polizeieinsatz in Spandau
Die Fahndung führte schließlich zu einer Kleingartenanlage in Spandau. Dort kam es zu einem Polizeieinsatz, bei dem der Tatverdächtige erschossen wurde. Details zu den genauen Umständen des Einsatzes wurden zunächst nicht bekannt. Die Polizei kündigte an, die Öffentlichkeit im Laufe des Tages zu informieren.
Politische Reaktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte harte Maßnahmen an. „Diese Extremisten haben in der Mitte unserer Gesellschaft keinen Platz“, sagte Merz. Man werde über Konsequenzen nachdenken „und mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden.“ Die Tat habe das Land tief erschüttert. Der CSD als Symbol für Toleranz und Vielfalt sei bewusst als Ziel gewählt worden. Die Behörden erhöhten die Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen in ganz Deutschland.
Hintergrund des Verdächtigen
Abdul B. war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Er galt als Anhänger der islamistischen Szene in Berlin, war aber bisher nicht wegen terroristischer Straftaten in Erscheinung getreten. Die Ermittler prüfen nun, ob er Einzeltäter war oder Teil eines Netzwerks. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
Die genauen Opferzahlen wurden noch nicht abschließend bestätigt. Neben der getöteten Frau befinden sich mehrere Schwerverletzte in Krankenhäusern. Die Bundesregierung sprach den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus. Der CSD seinerseits zeigte sich bestürzt, kündigte aber an, die Tradition der Parade fortzusetzen, um ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen.



