Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Ungarn ein Wochenende zum Vergessen erlebt. Der Ferrari-Pilot, der um seinen achten WM-Titel kämpft, wurde gleich zweimal von den Rennkommissaren bestraft und fiel am Ende auf Platz fünf zurück. Damit schrumpfen seine Titelchancen weiter: WM-Führender Kimi Antonelli (Mercedes) baute seinen Vorsprung auf 50 Punkte aus.
Gridstrafe nach Behinderung von Piastri
Bereits im Qualifying am Samstag legte Hamilton den Grundstein für das Desaster. Eigentlich hatte sich der Brite mit Platz zwei hinter Weltmeister Lando Norris (McLaren) eine hervorragende Ausgangsposition gesichert. Doch die Rennkommissare belegten ihn mit einer Drei-Plätze-Strafe, weil er Oscar Piastri (McLaren) in dessen schneller Runde behindert hatte. Die Stewards werteten die Aktion als „unnötige Behinderung“. Sie hörten beide Fahrer an und analysierten Video- sowie Telemetriedaten. Hamiltons Team Ferrari hatte ihn zu spät per Funk gewarnt, dass Piastri herannahte. Daher war sich Hamilton des Australiers nicht bewusst. Statt von Platz zwei startete Hamilton nur von Position vier – auch weil der WM-Spitzenreiter Antonelli ebenfalls eine Strafe erhielt.
Entschuldigung nach schlechter Laune
Nach dem Qualifying zeigte sich Hamilton sichtlich verärgert. Am Renntag entschuldigte er sich jedoch bei seinem Team. „Verzeiht mir mein Verhalten nach dem Qualifying, denn ich hatte eine so großartige Runde hingelegt und dann in letzter Minute die Nachricht erhalten (dass Piastri hinter mir lag)“, sagte der siebenmalige Weltmeister im Rahmen der Fahrerparade. „Zu erfahren, dass ich eine Strafe bekommen würde, war schwer zu verkraften, aber es ist, wie es ist. Man blickt nach vorne, und ich werde heute für das Team absolut alles geben, was ich kann.“
Taktikfehler und Zeitstrafe im Rennen
Doch der Rennsonntag brachte keine Besserung. Ferrari holte Hamilton während einer virtuellen Safety-Car-Phase an die Box – ein taktischer Fehler. Hamilton verlor dadurch nicht nur seinen zweiten Platz, sondern überschritt auch das Tempolimit in der Boxengasse. Statt der erlaubten 80 km/h fuhr er mit 80,1 km/h – nur 0,1 km/h zu schnell. Die Folge: eine Fünf-Sekunden-Strafe. Dadurch war sogar Platz vier futsch. Hamilton schimpfte im Teamfunk: „Ich biete diesen Rennkommissaren jede Gelegenheit. Und jedes einzelne Mal verhängen sie eine Strafe gegen mich. Sie verteilen Strafen wie verrückt.“ Bereits beim vorherigen Rennen in Spa hatte Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen einer Kollision mit einem Mechaniker erhalten.
Championship-Auswirkungen
Am Ende eines turbulenten Wochenendes wurde Hamilton Fünfter. Weltmeister Lando Norris gewann das Rennen, während Oscar Piastri Platz zwei verpasste und Frust schob. Kimi Antonelli kämpfte sich von Startplatz fünf noch aufs Podium und führt die WM-Wertung nun mit 50 Punkten Vorsprung vor dem unglücklichen Hamilton an. Hamilton, der im Juni in Barcelona seinen ersten Sieg für Ferrari geholt hatte, verliert weiter an Boden. Der Kampf um den achten Titel wird immer schwieriger.



