Gedenkveranstaltung in Potsdam nach Anschlag auf Berliner CSD
Gedenken in Potsdam nach CSD-Anschlag

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) am Samstagabend, bei dem eine 30-jährige Frau getötet und 29 Menschen verletzt wurden, findet am Montag in Potsdam eine Gedenkveranstaltung statt. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) und die Gleichstellungsbeauftragte Claudia Sprengel rufen gemeinsam mit den Vereinen Regenbogen Potsdam e.V. und Katte e.V. unter dem Motto „Gemeinsam. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ zur Teilnahme auf. Die Versammlung beginnt um 17:30 Uhr auf dem Alten Markt.

Zusammenhalt nach der Gewalttat

„Ein Tag, der für Vielfalt, Freiheit, Sichtbarkeit und die selbstverständliche Gleichberechtigung queerer Menschen steht, wurde von schrecklicher Gewalt überschattet“, erklärten Aubel und Sprengel in einem gemeinsamen Statement. Sie sprachen den Opfern und ihren Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus und dankten den Ersthelfern sowie allen, die vor Ort Verantwortung übernommen haben. Bereits am Sonntag versammelten sich hunderte Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin, um der Opfer zu gedenken und ein Zeichen gegen Hass zu setzen.

„Menschen müssen überall frei und ohne Angst leben, lieben und sichtbar sein können“, betonten die Stadtvertreterinnen. Die Landeshauptstadt Potsdam stehe solidarisch an der Seite der queeren Community in Berlin und allerorts, wo Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Diskriminierung, Hass oder Gewalt erfahren. „Unsere Antwort muss Zusammenhalt sein: Wir treten entschieden für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft ein und stellen uns jeder Form von Menschenfeindlichkeit entgegen“, so Aubel und Sprengel weiter.

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Trauerfeier in der Nikolaikirche

Bereits am Sonntagnachmittag hatten verschiedene Initiativen – darunter Regenbogen Potsdam e.V., der CSD Potsdam, der Landesverband Anderartig und die Evangelische Kirche – zu einer gemeinsamen Trauerfeier in die Nikolaikirche eingeladen. „Es zerreißt uns das Herz“, hieß es in einer Mitteilung von Anderartig. Zahlreiche Bürger folgten der Einladung, um ihrer Bestürzung Ausdruck zu verleihen und sich gegenseitig Trost zu spenden.

Reaktionen aus Politik und Sport

Auch der Fußballclub SV Babelsberg 03 verurteilte die Tat aufs Schärfste. „Wir stehen für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft. Für uns ist selbstverständlich: Alle Menschen haben die gleichen Rechte – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, Herkunft, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen“, erklärte der Verein. Wer Menschen angreife, weil sie für Vielfalt und Gleichberechtigung einstehen, greife die Grundwerte der demokratischen Gesellschaft an – dem stelle man sich entschieden entgegen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Innenminister Jan Redmann (CDU) verurteilten den Anschlag ebenfalls mit deutlichen Worten. „Ich bin erschüttert. Das war ein menschenverachtender Angriff auf uns alle“, sagte Woidke. Innenminister Redmann kündigte an, dass die Brandenburger Polizei ihre Berliner Kollegen bei der Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen unterstütze. Die Ermittlungen zu dem Hintergrund der Tat und dem genauen Tathergang laufen auf Hochtouren.

Hintergrund des Anschlags

Der Anschlag ereignete sich gegen 21:30 Uhr auf der Berliner CSD-Party am Nollendorfplatz. Ein 29-jähriger Syrer, der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand, fuhr mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge. Die Polizei geht von einem islamistischen Motiv aus. Neben der getöteten Frau erlitten 29 Menschen zum Teil schwere Verletzungen. Der Täter konnte zunächst fliehen, wurde aber kurze Zeit später festgenommen. Die Veranstalter des CSD zeigten sich bestürzt, kündigten jedoch an, dass die Demonstrationen für Gleichberechtigung nicht von Gewalt eingeschüchtert werden dürften.

Die Gedenkveranstaltung in Potsdam soll ein klares Zeichen gegen Hass und für die Sichtbarkeit queerer Menschen setzen. Oberbürgermeisterin Aubel betonte: „Wir lassen nicht zu, dass Terror unsere Freiheit einschränkt. Potsdam steht zusammen – für Vielfalt, gegen Hass.“

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