Fifa-Präsident Infantino: 500 Tonnen CO₂ durch Privatjet bei WM
Infantino: 500 Tonnen CO₂ durch Privatjet bei WM

Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) hat in den ersten zehn Tagen der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika 14 Spiele besucht – und dafür nach Recherchen mehrerer Medien durchgängig einen Privatjet genutzt. Die Maschine vom Typ Gulfstream G650ER (Kosten: rund 60 Millionen Euro) wird von Qatar Executive bereitgestellt, einer Tochterfirma des Fifa-Sponsors Qatar Airways.

Klimabilanz: Bis zu 500 Tonnen CO₂

Das französische Klimaanalyse-Unternehmen Greenly hat errechnet, dass eine Flugstunde in diesem Privatjet so viele Emissionen verursacht wie ein Durchschnittsmensch in einem ganzen Jahr. Sollte Infantino sein Pensum beibehalten und bis zum Ende des Achtelfinals täglich bis zu zwei Spielorte besuchen sowie anschließend die letzten acht WM-Partien verfolgen, würde sein Flugzeug während des Turniers schätzungsweise 300 bis 500 Tonnen CO₂ ausstoßen. Zum Vergleich: 300 bis 500 Tonnen CO₂ entsprechen dem jährlichen CO₂-Fußabdruck von etwa 35 bis 55 Mitteleuropäern.

Kritik von Umweltorganisationen

Greenpeace USA wirft der Fifa vor, Klimaschutz nur zu predigen, während die eigene Führung täglich mit Privatjets unterwegs sei. John Hocevar von Greenpeace USA schrieb auf Instagram: „Wenn die eigenen Spitzenfunktionäre täglich mit Privatjets unterwegs sind, sendet das nicht gerade die Botschaft eines wachsenden Klimabewusstseins.“ Die Fifa verteidigt das Reiseverhalten ihrer Funktionäre: Man entscheide je nach Situation zwischen Linienflug und Privatjet – je nachdem, was „effizienter und wirtschaftlicher“ sei. Die Reisekosten übernimmt der Weltverband.

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Spielorte und Reiseroute

Laut Recherchen war Infantino in den Stadien von Mexiko-Stadt, Guadalajara, Los Angeles, Vancouver, Kansas City, Houston, Philadelphia, Boston, Monterrey, Atlanta und Miami. Die weiten Distanzen zwischen den nordamerikanischen Metropolen machen Linienflüge oft zeitaufwendig, doch Umweltorganisationen kritisieren die mangelnde Rücksicht auf das von der Fifa selbst propagierte Nachhaltigkeitsziel.

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