Bundesbauministerin Hubertz will Baukosten senken
Bundesbauministerin Verena Hubertz hat einen Aktionsplan vorgelegt, um die Baukosten in Deutschland deutlich zu reduzieren. Die SPD-Politikerin präsentierte das Papier am Freitag vor einer Investorenkonferenz in Frankfurt, an der zahlreiche Vertreter der Immobilienbranche teilnahmen. „Die Ausgangslage bleibt herausfordernd“, heißt es in dem Dokument.
Globale Krisen hätten Lieferketten gestört und zu höheren Preisen geführt. „Es gibt Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen können. Aber wir müssen umso konsequenter die Dinge vorantreiben, die wir selbst in der Hand haben“, so Hubertz. Vor einem Jahr, kurz nach ihrem Amtsantritt, hatte sie noch davon gesprochen, die Baukosten halbieren zu wollen – dieses Ziel wiederholte sie nun nicht mehr.
Weniger Neubauten trotz hohem Bedarf
In Deutschland werden deutlich weniger Wohnungen gebaut, als vor allem in Großstädten benötigt werden. Kontinuierlich gestiegene Baukosten gelten als einer der Hauptgründe. „Wir wollen bezahlbares Bauen wieder zum Regelfall machen“, heißt es in dem Papier, ohne konkreter zu werden. Planungs- und Genehmigungsprozesse müssten beschleunigt, Bau- und Erwerbsnebenkosten gesenkt werden.
Digitalisierung als Schlüssel
„Ein zentraler Hebel zur Senkung der Baukosten liegt in der Digitalisierung“, betont Hubertz. Der digitale Bauantrag solle vorangetrieben werden. Ziel sei ein komplett digitaler Prozess von der Antragstellung bis zur Genehmigung. „Der Bund unterstützt die Länder bei der Umsetzung durch Vernetzung, fachliche Begleitung und gezielte Förderung.“ Ab 2028 sollen digitale Anträge die Regel sein. „Papieranträge sollen dann nur noch in begründeten Härtefällen zulässig sein.“ Die Dauer von Bauleitplanverfahren solle auf maximal zwei Jahre begrenzt werden.
Modulares Bauen und Gebäudetyp E
Hubertz will auch die Bauweise reformieren. Modulares Bauen – also das Bauen nach einem Baukastenprinzip mit vorgefertigten Teilen und Räumen – soll ausgebaut werden. Bund und Länder planen zudem eine Plattform für kostenreduziertes Bauen, auf der Musterbeispiele präsentiert werden. Ferner will Hubertz den sogenannten Gebäudetyp E für einfacheres Bauen vorantreiben. Die Regierung werde 2026 einen Gesetzentwurf dazu vorlegen. Die Immobilienbranche kritisiert jedoch, dass dieser seit Monaten angekündigt sei, aber zu langsam umgesetzt werde.
Neubauförderung und steuerliche Anreize
Die Neubauförderung will das Bauministerium in einem zentralen Programm bündeln, das 2027 starten soll. „Die Möglichkeit des Aufbaus von Wohneigentum für Familien ist dabei ein zentrales Kriterium.“ Für Investoren plant Hubertz, die zeitliche Befristung zusätzlicher steuerlicher Abschreibungsbedingungen bis September 2029 zu verlängern.



