AfD-Politiker Stadler zu 26.400 Euro Strafe verurteilt
AfD-Politiker Stadler zu 26.400 Euro Strafe verurteilt

Das Amtsgericht Passau hat den bayerischen AfD-Landtagsabgeordneten Ralf Stadler (61) zu einer Geldstrafe von 26.400 Euro verurteilt. Der Richter sprach ihn am Mittwoch der Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und Verletzung von Persönlichkeitsrechten schuldig. Stadler kündigte umgehend Berufung an.

Vorfall im Regionalzug: Migranten als „Pack“ beschimpft

Ein zentraler Vorwurf betrifft einen Vorfall aus dem Jahr 2023. Stadler war damals in einem Regionalzug am Bahnhof Moosburg mit zwei Migranten aneinandergeraten. Der Mann und die Frau hatten die Türen blockiert, sodass der Zug nicht abfahren konnte. Der AfD-Politiker bezeichnete die beiden als „Pack“ und versuchte, sie aus dem Zug zu schieben. Das Geschehen filmte er selbst und stellte das Video später ins Internet. Darin schimpfte er: „Und da geht’s dann los mit solcherne und Messerstechern.“ Dazu schrieb er: „Die Mitarbeiter der Bahn sind diesem Pack völlig hilflos ausgeliefert!“

Weiterleitung eines Hinrichtungsvideos

Ein weiterer Fall betrifft ein Video, das angeblich die Hinrichtung russischer Gefangener durch ukrainische Soldaten zeigt. Der Beitrag stammte ursprünglich von einer „Freiheitsbewegung Bayern“ auf dem Messengerdienst Telegram. Stadler leitete das Video weiter. Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, nachdem der Landtag im Juni 2025 Stadlers Immunität aufgehoben hatte.

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Strafbefehl und Urteil

Zunächst erhielt Stadler einen Strafbefehl über 150 Tagessätze. Dagegen legte er Einspruch ein. Das Amtsgericht Passau verurteilte ihn nun zu 160 Tagessätzen zu je 165 Euro – insgesamt 26.400 Euro. Stadler erklärte gegenüber BILD: „Ich werde mit meinem Anwalt gegen das Urteil vorgehen. Wir werden Berufung einlegen.“

Stadler als Störenfried im Landtag

Im Bayerischen Landtag ist Stadler als permanenter Störenfried bekannt. Seit seinem Einzug 2018 kassierte er sieben Rügen und Ordnungsrufe. Eine Rüge erhielt er, weil er eine Rede der grünen Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze störte, indem er mit einem Plakat zum Rednerpult stürmte. Der Landtag führte daraufhin Ordnungsgelder von bis zu 2000 Euro ein, die gegen Abgeordnete verhängt werden können.

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