Söder stellt sich hinter Merz und warnt vor AfD-Kurs
CSU-Chef Markus Söder hat die Union eindringlich vor einer Annäherung an die AfD gewarnt. In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ (BamS) sagte der bayerische Ministerpräsident: „Das würde die Union zerreißen.“ Söder stellte sich damit hinter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dessen Kurs, eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt abzulehnen.
Deutliche Absage an Koalition mit der AfD
„Die Union darf niemals mit der AfD kooperieren – weder auf Bundes- noch auf Landesebene“, betonte Söder. Er verwies auf die Brandmauer der Union, die eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei ausschließt. „Wir müssen klar machen, dass die AfD kein Partner für uns ist. Das ist eine Frage der politischen Kultur und der Verantwortung für unser Land.“
Söder stärkt Merz den Rücken
Der CSU-Chef äußerte sich auch zur Rolle von Kanzler Merz, der in den Umfragen zuletzt unter Druck geraten war. „Friedrich Merz macht einen guten Job. Er führt die Union mit klarer Kante und ohne Wenn und Aber“, so Söder. Die Warnung vor einer Annäherung an die AfD kommt zu einem Zeitpunkt, da die AfD in Umfragen bundesweit bei etwa 18 Prozent liegt – Tendenz steigend.
Union weiterhin stärkste Kraft
Laut aktuellen Umfragen liegt die Union bei rund 30 Prozent und bleibt damit stärkste politische Kraft. Söder mahnte jedoch, man dürfe die AfD nicht durch Annäherungsversuche stärken. „Wir müssen die AfD politisch stellen, nicht hofieren. Jede Annäherung wäre ein Fehler und würde die Glaubwürdigkeit der Union untergraben.“
Warnung vor innerparteilichen Konflikten
Söder betonte, dass eine Öffnung zur AfD die Union spalten würde. „Es gibt in der Union keinen Raum für Experimente mit der AfD. Das würde die Partei zerreißen und uns auf Jahre hinaus schaden“, warnte er. Der CSU-Chef forderte stattdessen eine klare inhaltliche Abgrenzung: „Wir müssen unsere eigenen Positionen stark machen und zeigen, dass wir die besseren Lösungen haben – für Deutschland und Europa.“
Reaktionen aus der Politik
Die Aussagen Söders wurden von anderen Parteien aufmerksam verfolgt. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch erklärte, die Warnung zeige, dass die Union intern uneins sei. „Söder mag Merz den Rücken stärken, aber die Realität ist, dass in der CDU längst über eine Zusammenarbeit mit der AfD diskutiert wird“, so Miersch. Die AfD selbst wies die Warnung zurück. Parteichefin Alice Weidel sagte: „Söder und die Union haben Angst vor der Konkurrenz. Statt zu warnen, sollten sie lieber ihre eigenen Fehler eingestehen.“



