Das Bundesfinanzministerium hat einen Entwurf für eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer vorgelegt. Dieser sieht vor, dass der Durchschnittspreis einer 20er-Packung Zigaretten von derzeit rund 8,80 Euro im Jahr 2027 auf etwa 11,40 Euro im Jahr 2030 steigen könnte. Das geht aus dem Papier hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Steueranteil steigt deutlich
Der Steueranteil an einer Packung würde sich demnach von rund 4,40 Euro auf 5,75 Euro erhöhen. Die Verteuerung soll nicht nur für Zigaretten, sondern auch für andere gängige Tabakprodukte gelten. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, der Entwurf diene „auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und steht im Einklang mit dem Ziel, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken“. Zudem sei es eine zentrale Aufgabe, den Haushalt zu konsolidieren und die Einnahmeseite zu stärken. „Dazu gehört unter anderem, die Tabaksteuer zu erhöhen.“
Milliardeneinnahmen erwartet
Das Ministerium erwartet durch die Steuererhöhung Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Für 2027 wird ein Plus von rund 756 Millionen Euro prognostiziert, für 2028 von 1,6 Milliarden Euro, für 2029 von rund 2,5 Milliarden Euro und für 2030 von rund 3,6 Milliarden Euro. In den Jahren 2011 bis 2023 bewegten sich die Tabaksteuereinnahmen stabil zwischen 14,1 und 14,9 Milliarden Euro. 2024 stiegen sie auf 15,6 Milliarden Euro und 2025 auf 17,4 Milliarden Euro.
Gesundheitspolitiker fordern höhere Preise
Gesundheitspolitiker verlangen seit längerem, Tabakprodukte teurer zu machen, um insbesondere junge Menschen vom Konsum abzuhalten. Zigaretten sind in Deutschland im Vergleich zu den westlichen Nachbarn günstig. Nach Angaben des Deutschen Zigarettenverbands kostete eine 20-Stück-Packung in Deutschland 2024 durchschnittlich 7,33 Euro. In Frankreich waren es bereits 12,07 Euro.



