Thailands König nimmt an Trauerzug für verstorbene Tochter teil
Trauerzug für Prinzessin Bajrakitiyabha in Bangkok

König Maha Vajiralongkorn (73), auch als Rama X. bekannt, hat am Samstag an einem Trauerzug für seine verstorbene Tochter, Prinzessin Bajrakitiyabha, teilgenommen. Die 47-jährige Prinzessin war am Donnerstag nach dreieinhalb Jahren im Koma gestorben. Tausende Thailänder säumten die Straßen Bangkoks, um ihrer Anteilnahme Ausdruck zu verleihen.

Prozession vom Krankenhaus zum Königspalast

Schwarz gekleidete Menschen, überwiegend ältere Jahrgänge, standen bei drückender Hitze von etwa 30 Grad entlang der zehn Kilometer langen Strecke vom Chulalongkorn-Krankenhaus zum Großen Palast. Die Prozession mit dem Leichnam der Prinzessin erreichte gegen 17 Uhr Ortszeit (12 MESZ) den Palast. Die Polizei hatte Straßen gesperrt und den Verkehr in Teilen der Innenstadt gestoppt, um die königliche Autokolonne passieren zu lassen, die von König Maha Vajiralongkorn und seiner zweiten Frau, Königin Suthida (48), angeführt wurde.

Prinzessin Bajrakitiyabha – eine Schlüsselfigur der Monarchie

Der Verlust eines Kindes ist für Eltern stets eine kaum zu verkraftende Tragödie. Im Falle der Prinzessin kommt hinzu, dass sie als eine der profiliertesten Frauen des thailändischen Königshauses galt. Juristisch ausgebildet, international erfahren und engagiert in Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Strafvollzugsreform und Frauenrechten, galt sie als Schlüsselfigur für die Zukunft der Monarchie. Sie wurde sogar als Kandidatin auf den Thron gehandelt, auch wenn sie zu Lebzeiten nie offiziell als Thronfolgerin verkündet wurde.

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Sicherheitsmaßnahmen und Protokoll

Der Trauerzug fand unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen statt und folgte einem strikten Protokoll. Die Teilnehmer in Thailand trugen formelle Kleidung, Dutzende Polizisten standen auf ihren Posten. Der Rundfunksender Thai PBS berichtete, dass der Leichnam von Prinzessin Bha, wie die Thailänder die Verstorbene liebevoll nennen, im selben Fahrzeug transportiert wurde wie der Leichnam ihres Großvaters König Bhumibol, der im Oktober 2016 gestorben war. Nähere Angaben der thailändischen Regierung zur Beisetzung der Prinzessin stehen noch aus. Staatsbeamte wurden angewiesen, sich schwarz zu kleiden, landesweit werden die Flaggen für zwei Wochen auf Halbmast gesetzt.

Anteilnahme der Bevölkerung

Einige Trauernde standen Schlange für ein buddhistisches Ritual mit Weihwasser vor einem Porträt der Prinzessin. „Ich bin traurig, dass sie gestorben ist, besonders seit ich ihre Bilder aus ihrer Kindheit sah“, sagte eine Teilnehmerin der Nachrichtenagentur AFP. Sie habe für die kranke Prinzessin gebetet. „Ich werde den ganzen Tag hier auf ihren Leichnam warten. Abschied zu nehmen, fällt uns nicht leicht“, sagte die 54-jährige Englischlehrerin Donnapha Kladbupha. Die Monarchie stehe in schwierigen Zeiten für die „Einheit“ des thailändischen Volkes.

Der Tag, an dem die Prinzessin starb

Es war der Abend des 14. Dezember 2022, 18.20 Uhr, als die Prinzessin von einer auf die andere Sekunde zusammenbrach. Sie hatte mit ihren Hunden auf einem Militärgelände in der Provinz Nakhon Ratchasima (260 Kilometer nordöstlich von Bangkok) für die „Thailand Working Dog Championships“ trainiert und war gerade am Joggen. Dann der medizinische Notfall! Zunächst kam die Prinzessin in ein Krankenhaus in der Stadt Pak Chong. Noch in der Nacht machten Gerüchte die Runde, wonach sie eine schwere Hirnblutung erlitten habe. Palastinsider berichten, dass der Hirntod schließlich am 19. Dezember festgestellt worden sei. Offiziell bestätigt hat das der Palast nie. In den folgenden Jahren blieb der Informationsfluss zum Gesundheitszustand der Prinzessin spärlich. Klar war: Sie trat nicht mehr öffentlich auf. Der Verdacht: Sie wurde von Maschinen am Leben gehalten.

Am 11. Juni 2026 dann die Todesmeldung. In dieser sprach der Palast von einer Entzündung des Dickdarms sowie „niedrigem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und einer gestörten Blutgerinnung“ bei der Prinzessin. Der 73 Jahre alte König Maha Vajiralongkorn hat sieben Kinder aus vier Ehen. Einen Thronerben hat er bisher nicht bestimmt.

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