CDU fordert umfassende Aufklärung zur Zusammenarbeit mit AfD im EU-Parlament
CDU fordert Aufklärung zu AfD-Kooperation im EU-Parlament

CDU verlangt lückenlose Aufklärung zu AfD-Kooperationen im Europaparlament

Innerhalb der CDU werden die Forderungen nach einer umfassenden und tiefgehenden Aufklärung der Zusammenarbeit ihrer Europaparlamentsfraktion mit rechtsgerichteten Parteien wie der AfD immer lauter und dringlicher. Europastaatsminister Gunther Krichbaum äußerte in Brüssel deutlichen Klärungsbedarf und betonte, dass die Vorgänge noch deutlich intensiver untersucht werden müssten. Seine Aussagen spiegeln eine wachsende Besorgnis innerhalb der Partei wider.

Enge Kooperation bei migrationspolitischen Vorhaben aufgedeckt

Recherchen der Deutschen Presse-Agentur haben ergeben, dass die Fraktion von CDU und CSU im Europaparlament wesentlich enger mit der AfD und anderen rechten Gruppierungen kooperiert als bisher öffentlich bekannt war. Die Europäische Volkspartei (EVP) arbeitete demnach kürzlich gemeinsam mit dem rechten Flügel in einer speziellen Chatgruppe und bei einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem konkreten Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der europäischen Migrationspolitik.

Dieses umstrittene Vorhaben sieht unter anderem vor, die Abschiebung von Asylsuchenden in sogenannte "Return Hubs" in Staaten außerhalb der Europäischen Union zu ermöglichen. Die Entdeckung dieser Zusammenarbeit hat innerhalb der CDU erhebliche Diskussionen und kritische Nachfragen ausgelöst.

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Kritik von höchster politischer Ebene

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich bereits am Montag kritisch zu den Vorgängen geäußert und deutlich gemacht, dass man das offensichtlich auf Mitarbeiterebene stattgefundene Vorgehen missbillige. Zusammen mit CSU-Chef Markus Söder gehe er davon aus, dass dies umgehend abgestellt werde und gegebenenfalls auch persönliche Konsequenzen nach sich ziehen müsse.

Mit besonderem Blick auf den EVP-Fraktionschef und CSU-Vize Manfred Weber betonte der Kanzler: "Dafür trägt Manfred Weber jetzt die Verantwortung." Diese klare Zuweisung von Verantwortung unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation.

Forderungen nach Konsequenzen und klaren Grenzen

Krichbaum stellte unmissverständlich klar, dass sich derartige Vorgänge auf keiner Ebene wiederholen dürften. Die CDU stehe uneingeschränkt zur politischen Brandmauer gegenüber rechtsextremen Positionen und verteidige diese entschlossen. Es gebe eindeutige Parteitagsbeschlüsse in dieser Richtung, die von allen Parteimitgliedern zu respektieren seien.

Der CDU-Spitzenkandidat für die anstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, forderte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe eine vollständige Aufklärung mit daraus folgenden Konsequenzen. Er betonte: "Für uns in Rheinland-Pfalz ist völlig klar: Es gibt keine Zusammenarbeit mit der AfD - auf keiner Ebene." Diese klare Abgrenzung zeigt die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Partei.

Untersuchung als Aufgabe der EVP-Fraktion

Schnieder verwies darauf, dass die Aufklärung der Vorgänge nun in der Verantwortung der EVP-Fraktion im Europaparlament liege. Die Entdeckung der engen Kooperation hat grundsätzliche Fragen über die Grenzen politischer Zusammenarbeit auf europäischer Ebene aufgeworfen und dürfte die innerparteilichen Diskussionen in der CDU noch weiter anheizen.

Die Entwicklung zeigt, wie sensibel das Thema der Zusammenarbeit mit rechtsgerichteten Parteien in der deutschen Politik bleibt und welche grundsätzlichen politischen Fragen damit verbunden sind. Die geforderte Aufklärung wird nun mit Spannung erwartet.

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