Israels Minister übt scharfe Kritik an deutscher AfD
Haifa (Israel) – In einem exklusiven Telefoninterview mit BILD hat sich Israels Minister für Diaspora und Bekämpfung des Antisemitismus, Amichai Chikli (44), deutlich zur deutschen AfD geäußert. Der als Rechtsaußen geltende Politiker zeigte sich enttäuscht über mangelnde Stellungnahmen der Partei zum iranischen Regime.
Keine klaren Botschaften gegen Terrorregime
„Wir haben keine klaren Botschaften von der AfD bezüglich des Massakers an jungen und unschuldigen iranischen Menschen gehört“, erklärte Chikli während seiner Fahrt in den von der Hisbollah beschossenen Norden Israels. „Wir haben keine klaren Erklärungen in Bezug auf die Hamas oder die Hisbollah gesehen.“
Der Minister, dessen Mutter aus dem Elsass und dessen Vater aus Tunesien stammt, betonte, dass die AfD seiner Ansicht nach nicht die Stimme gegen das iranische Regime erhoben habe. Dies sei besonders bedauerlich, da viele Iraner im Ausland den Krieg gegen die Ayatollahs begrüßten, während gleichzeitig in Berlin Demonstrationen gegen den Krieg stattfänden.
Antisemitismus am rechten Rand
Chikli, der in der Netanjahu-Regierung für die Bekämpfung von Antisemitismus zuständig ist, räumte Probleme mit Judenhass in rechten Kreisen ein: „Wir haben Antisemitismus am rechten Rand. Wir hatten ihn in der Vergangenheit, es ist leider immer noch ein Problem.“
Der Minister verwies auf Entwicklungen in Amerika mit Neonazis wie Nick Fuentes, Verschwörungstheoretikern wie Candace Owens und der „wahnsinnigen Besessenheit“ von Tucker Carlson. Diese Figuren repräsentierten einen Teil der amerikanischen Rechten, der die frühere Trump-Regierung als zu israelfreundlich kritisiere.
Unterschiede innerhalb der Rechten
Chikli betonte, dass es innerhalb der Rechten Unterschiede im Verhältnis zu Israel und Juden gebe. Die AfD sei ursprünglich von Intellektuellen gegründet worden, die eine rechts-moderate Wirtschaftsideologie fördern wollten: „Sie waren keine Extremisten oder mit den Nazis verbunden.“
Allerdings habe die Partei an den Rändern andere Stimmen gesammelt, wie etwa Maximilian Krah. AfD-Chefin Alice Weidel (47) betrachtet Chikli jedoch nicht als Rechtsextreme, obwohl er ihre mangelnde Positionierung zum Iran kritisiert.
Gründe für den Iran-Krieg
Der Minister erklärte den israelischen Angriff auf den Iran mit der schnellen Wiederaufbau der ballistischen Raketenkapazitäten nach dem 12-Tage-Krieg von 2025. Zudem hätten die Iraner geplant, ihre Atomanlagen tief unter die Erde zu verlegen, was eine unmittelbare Bedrohung für die gesamte Region, Europa und die USA dargestellt habe.
„Wir hoffen, dass dieser Krieg zu einer Erweiterung des Abraham-Abkommens führen wird“, so Chikli. „Wir kämpfen nicht um des Krieges willen, wir kämpfen für den Frieden – rein westliche Werte.“
Kein Verständnis für Regime-Unterstützer
Für Demonstrationen, die das iranische Terrorregime unterstützen, hat der israelische Minister kein Verständnis: „Für mich ist es schockierend, dass Menschen für dieses Terrorregime protestieren. Diejenigen, die gegen den Krieg protestieren, sind dieselben Leute, die für die Hamas demonstriert haben.“
Chikli steht in der Kritik, sich mit europäischen Rechtsradikalen zu verbinden, die er als Partner im Kampf gegen Islamismus sieht, während er gleichzeitig für deren Judenhass blind sein soll. Als Minister für die Bekämpfung von Antisemitismus befindet er sich in einer besonderen Position, die internationale Aufmerksamkeit erregt.



