Ex-Terrorabwehr-Chef Joe Kent klagt über blockierten Zugang zu Trump bei Iran-Entscheidung
Ex-Terrorabwehr-Chef: Kein Zugang zu Trump bei Iran-Frage

Ehemaliger Terrorabwehr-Chef erhebt schwere Vorwürfe gegen US-Regierung

Der kürzlich von seinem Posten zurückgetretene Chef des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joe Kent, hat der US-Regierung vorgeworfen, interne Zweifel an den gemeinsamen Luftangriffen gegen Iran nicht bis zu Präsident Donald Trump durchgereicht zu haben. In einem exklusiven Interview mit dem konservativen Podcaster Tucker Carlson schilderte Kent, wie ihm und anderen hochrangigen Regierungsvertretern der direkte Zugang zum Präsidenten verwehrt worden sei.

Blockierte Kommunikation und israelischer Einfluss

Kent, der seinen Rücktritt in dieser Woche mit Bedenken bezüglich des eskalierenden Iran-Konflikts begründet hatte, erklärte wörtlich: "Es wurde uns nicht erlaubt, unsere Sicherheitsbedenken direkt beim Präsidenten vorzutragen." Der Ex-Terrorabwehr-Chef behauptete, Trump habe sich bei seiner Entscheidungsfindung ausschließlich auf einen kleinen Kreis vertrauter Berater gestützt, während alternative Positionen systematisch ausgefiltert worden seien.

Besonders brisant: Kent machte deutlich, dass seiner Einschätzung nach Israel die Entscheidung Trumps maßgeblich beeinflusst habe. "Israel setzte die USA unter erheblichen Druck, indem es mit eigenständigen Militäraktionen drohte und damit amerikanische Interessen in der gesamten Region gefährdete", so Kent. Er betonte, es habe keinerlei konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung der Vereinigten Staaten durch Iran gegeben.

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Politische Reaktionen und interne Spannungen

Die Aussagen Kents werfen ein Schlaglicht auf mögliche tiefgreifende Spannungen innerhalb der US-Regierung. Bereits wenige Tage nach Beginn der Luftschläge hatte Außenminister Marco Rubio die Angriffe damit gerechtfertigt, dass Israel ohnehin geplant habe, Iran anzugreifen. "Wir wussten um die israelische Aktion, wir wussten, dass dies Angriffe auf amerikanische Streitkräfte auslösen würde, und wir rechneten mit höheren Verlusten – möglicherweise sogar mit mehr Todesopfern – wenn wir nicht präventiv vorgegangen wären", erklärte Rubio öffentlich.

Trumps eigene Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard relativierte die Vorwürfe am Mittwoch jedoch deutlich. Sie stellte klar, dass die endgültige Bewertung, ob Iran eine nationale Bedrohung darstelle, ausschließlich in der Entscheidungsgewalt des Präsidenten liege. Eine konkrete Stellungnahme zu den aktuellen Militäraktionen vermied sie dabei.

Antisemitismusvorwürfe und laufende FBI-Ermittlungen

Kents umstrittene Äußerungen über eine angebliche "israelische Lobby" in den USA, die aktiv für die Angriffe gegen Iran geworben habe, sowie seine Verbindungen in ultrarechte Kreise haben massive Antisemitismusvorwürfe nach sich gezogen. Parallel dazu steht der ehemalige Terrorabwehr-Chef unter intensiven FBI-Ermittlungen.

Mehreren US-Medienberichten zufolge, darunter dem Onlineportal "Semafor", der "New York Times" und dem Sender CBS, wird Kent verdächtigt, geheime Informationen weitergegeben zu haben. Den Recherchen zufolge laufen diese Ermittlungen bereits seit mehreren Monaten. Das FBI selbst äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den laufenden Verfahren.

Joe Kent, der seit 2025 die Leitung des NCTC innehatte, erntete für seinen Rücktritt wenig Sympathien aus dem Weißen Haus. Präsident Trump selbst bezeichnete den Abgang als "eine gute Sache" und bemängelte, Kent sei in Sicherheitsfragen "sehr schwach" gewesen – eine bemerkenswerte Aussage, da Trump den Ex-Chef persönlich nominiert hatte.

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