Der russische Präsident Wladimir Putin hat den slowakischen Regierungschef Robert Fico als einzigen EU-Vertreter zum Tag des Weltkriegsgedenkens im Kreml empfangen. Ein veröffentlichtes Video zeigt, wie Putin und Fico bei dem Empfang mit ausländischen Staatsgästen anstoßen.
Putin dankte Fico für den achtsamen Umgang mit Denkmälern und Grabstätten sowjetischer Soldaten. Der Kremlchef versprach, Russland werde alles tun, um den Energiebedarf der Slowakei zu erfüllen. Das EU-Land ist stark abhängig von russischen Öllieferungen und besitzt eine Ausnahmegenehmigung von den EU-Sanktionen.
In der Slowakei erntete Fico heftige Kritik. Branislav Gröhling von der liberalen Partei Freiheit und Solidarität warf ihm vor, mit der Reise Verbündeten ins Gesicht zu spucken. Es sei ein Verrat an der Slowakei und der Nato, sich persönlich mit dem Kriegsverbrecher Putin zu treffen.
Fico rechtfertigte seine Teilnahme als Ehrerbietung für alle, die gegen den Faschismus kämpften. Er nehme bewusst nicht an der Militärparade teil, sondern habe einen Kranz niedergelegt. Man müsse historisches Gedenken und den aktuellen Angriffskrieg in der Ukraine trennen.
Die baltischen Länder verweigerten Fico den Überflug für die Reise nach Moskau, sodass er einen Umweg über Tschechien und Deutschland nehmen musste. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte Ficos Reise und kündigte Gespräche an.



