Gefährliche Folge des Iran-Konflikts: Führt Trump Krieg, fehlt Europa und der Ukraine die Munition
Die Waffenlager der USA sind nach vier Monaten Krieg leer. Die Ukraine bekommt keine Luftabwehr. Europa muss lernen, sich selbst zu versorgen. Sonst ist es im Ernstfall blank. Ein Kommentar von Christoph von Marschall.
Der Iran-Krieg hat einige Annahmen über die Machtverhältnisse schonungslos widerlegt. Beim EU-Gipfel gehört nun eine wichtige Lehre auf die Tagesordnung: die gefährliche Abhängigkeit Europas und der Ukraine von Waffen und Munition aus den USA. Bisher wird sie vernachlässigt.
Die Kämpfe im Iran haben die strategischen Reserven der USA schneller erschöpft als erwartet. Nach nur vier Monaten sind die Arsenale nahezu leer. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Ukraine, die dringend auf amerikanische Luftabwehrsysteme angewiesen ist. Doch die Lieferungen stocken, da die USA ihre eigenen Bestände priorisieren müssen.
Europa steht vor einer Zerreißprobe: Die Abhängigkeit von US-Militärhilfe wird zur Achillesferse. Ohne eigene ausreichende Produktionskapazitäten für Munition und Waffensysteme droht im Ernstfall ein böses Erwachen. Die EU-Staaten müssen dringend in die heimische Rüstungsindustrie investieren und gemeinsame Beschaffungsprojekte vorantreiben.
Die Lehre aus dem Iran-Konflikt ist klar: Europa muss strategisch autonom werden. Nur so kann es seine Sicherheit und die der Ukraine langfristig gewährleisten. Die Zeit des Abwartens ist vorbei – jetzt sind entschlossene Schritte gefragt.



