Illner-Talk: Trump hat den Krieg gegen Iran verloren
Illner-Talk: Trump hat den Krieg gegen Iran verloren

Vernichtende Urteile bei Illner: Trump hat den Krieg verloren!

In einer selten scharfen und einhelligen Runde haben Maybrit Illner (61) und ihre Talk-Gäste die Rahmenbedingungen verurteilt, unter denen US-Präsident Donald Trump (80) Friedensverhandlungen mit dem Iran führen will. Besonders enttäuscht zeigte sich Außenpolitiker Norbert Röttgen (60, CDU), der sogar in einen klaren Widerspruch zu Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) geriet.

Für das angeschlagene iranische Regime sei dies, so der CDU-Mann konsterniert, „die Rettung durch Trump“. Röttgens bittere Analyse: „Damit habe ich nicht gerechnet. Es ist die strategische Niederlage der Vereinigten Staaten von Amerika auf der gesamten Linie. Jedes einzelne genannte Kriegsziel haben sie nicht nur nicht erreicht, sondern manche stehen jetzt schlechter da. Und Trump hat sogar zu verstehen gegeben: Er ist gar nicht mehr kampffähig. Er hat gesagt: Wenn ich weitergemacht hätte, wäre das die ökonomische Katastrophe. Er wird in den Verhandlungen nichts erreichen.“

„Ein ganz großer Sieg für die Islamische Republik“

Nahostexperte Guido Steinberg (58) setzte noch einen drauf: „Ein ganz großer Sieg für die Islamische Republik“, urteilte der Experte sichtlich angefressen, „und eine Niederlage für die USA, ganz unabhängig, was vielleicht in den sechzig Tagen (der geplanten Verhandlungen) kommt.“ Steinbergs spektakuläre Analyse: „Wir haben es mit einem Ende der amerikanischen Hegemonie am Persischen Golf zu tun. Und wenn es ganz schlecht läuft, haben wir es mit dem Beginn der iranischen Hegemonie zu tun.“ Besonders krass fiel Steinbergs Urteil über das Statement von US-Vizepräsident J.D. Vance (41) aus, auf den bei den Verhandlungen eine führende Rolle wartet: Es sei eine „Mischung von Lügen, Halbwahrheiten und Unverschämtheiten!“

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ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen spottete, es stehe jetzt „7:1 für den Iran!“ Friedensforscherin Nicole Deitelhoff (51) urteilte: „Verheerend!“ Die deutsch-iranische Filmproduzentin Minu Barati (50), Ehefrau von Ex-Außenminister Joschka Fischer (78), klagte ebenfalls tief enttäuscht: „Dieses Abkommen ist verheerend, für den Westen, für die ganze Region.“

Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz

Barati erhob massive Vorwürfe gegen Merz: „Dass den Bundeskanzler die Preise an der Tankstelle mehr interessieren als das Leid der iranischen Bevölkerung, ist offensichtlich“, ätzte sie. „Es ist unendlich rückgratlos von ihm, dass er zu diesem Abkommen der Islamischen Republik gratuliert hat, nachdem er im Januar erklärt hat, dass dieses Regime nach dem Massaker im Januar jede Legitimation verloren hat.“

Energisch widersprach Röttgen der Einschätzung des Bundeskanzlers, vom Iran werde „diese Gefahr eines staatlichen Terrorismus in der Region nicht mehr ausgehen“. „Das ist keine berechtigte Einschätzung!“, wetterte der CDU-Politiker, denn: „Im Libanon ist die Terrororganisation Hisbollah aktiv, und darüber wird kein Wort verloren. Krieg, Terror, den 7. Oktober (mit der Ermordung von 1200 Israelis d. Red.) hätte es ohne den Iran nicht gegeben.“ Aber, so der CDU-Politiker sichtlich angefasst: „Das wird überhaupt nicht thematisiert. Gleichzeitig bekommt dieses Regime jetzt die Legalisierung der Finanzströme, Zugriff auf die eingefrorenen Vermögen, Befreiung von Sanktionen, Legalisierung des Ölhandels und ist damit in der Lage, sich wieder zu stabilisieren. Damit ist die Gefahr für künftigen Terror jetzt wieder begründet worden.“

Röttgen: Trump hat die USA geschwächt

Röttgens bitteres Fazit bei Maybrit Illner: „Ich habe gesagt, es ist keine Option für einen amerikanischen Präsidenten, einen Krieg zu verlieren. Jetzt haben der amerikanische Präsident und die USA einen Krieg gegen den Iran verloren. Das hat Wirkungen auf die ganze Welt, weil es eine Selbstschwächung der USA ist. Es ist jetzt eine Aufgabe der europäischen Politik, diese Regierung aus unserer Interessenlage heraus durchzunavigieren, auch im Sinne von Schadensbegrenzung.“

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