Israel meldet Tötung hochrangiger iranischer Sicherheitsbeamter
Israel hat heute offiziell verkündet, zwei bedeutende iranische Sicherheitsbeamte getötet zu haben. Bei den Getöteten soll es sich um Ali Larijani, den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, und General Gholamreza Soleimani, den Chef der Basij-Miliz der Revolutionsgarden, handeln. Beide seien laut israelischen Angaben "letzte Nacht getötet" worden. Diese Meldung kommt nur kurze Zeit nach dem Tod des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei, der am ersten Kriegstag durch einen Luftangriff ums Leben kam.
Larijani als Schlüsselfigur im iranischen System
Nach dem Tod Khameneis galt Larijani als eine der mächtigsten Persönlichkeiten des Landes. Für das iranische Regime wäre Larijanis Tod, sollte er sich bestätigen, ein schwerer Schlag, analysieren Experten. Kaum jemand in der Führungsriege hat länger im System in verschiedenen Funktionen gedient. Dennoch wäre die Führung in Teheran nach Einschätzung von Beobachtern nicht handlungsunfähig. Schon nach dem Tod Khameneis habe sich gezeigt, dass das Regime weiter operieren kann, selbst wenn es einzelne Personen verliert.
Unterdessen setzte Teheran seine Angriffe mit Raketen und Drohnen gegen seine arabischen Nachbarn am Golf und Israel fort. Der Krieg scheint kein Ende zu nehmen. Das Militär in Katar konnte am Morgen einen mutmaßlich iranischen Raketenangriff abwehren. Die Ölpreise stiegen wieder an, nachdem sie zu Wochenbeginn leicht gesunken waren. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte an, dass das Spritpreis-Paket der Bundesregierung spätestens Anfang April stehen soll.
Minderjährige verklagen Elon Musks KI-Firma wegen Deepfakes
Drei Teenagerinnen aus Tennessee haben in Kalifornien Sammelklage gegen Elon Musks Firma xAI eingereicht. Der Vorwurf: Dessen Chatbot Grok soll sexualisierte KI-Bilder von ihnen erzeugt haben. Zwei der Klägerinnen sind minderjährig. Laut Berichten wird gegen einen Mann ermittelt, der mithilfe von Grok Fotos Jugendlicher in gefälschte Nacktaufnahmen verwandelte.
Systematischer Missbrauch von KI-Technologie
Eine Betroffene erhielt über die Plattform Discord Zugang zu einer Gruppe, in der Bilder von weiteren Minderjährigen kursierten, viele kannte sie von ihrer Schule. Später wurden die gefälschten Aufnahmen auch in Pädokriminellen-Foren auf Telegram verbreitet. Nach einem Update Ende Dezember konnte Grok pornografische Deepfakes realer Personen erstellen, ohne Zustimmung der Abgebildeten. Trotz späterer Einschränkungen blieb Missbrauch möglich.
Musk wies die Verantwortung den Nutzern zu, was internationale Ermittlungen nach sich zog – unter anderem Razzien in Paris und zeitweise Sperren in Asien. Die Klägerinnen fordern Schadensersatz und ein Verbot bestimmter Praktiken. Ihre Anwältin wirft Musk vor, Grok bewusst auf Profit durch sexualisierte Inhalte ausgelegt zu haben. xAI äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Italien ermittelt wegen mutmaßlicher Menschenjagden im Bosnienkrieg
Die Staatsanwaltschaft in Mailand geht einem ungeheuerlichen Verdacht nach: Sind europäische Hobbyjäger im Jugoslawienkrieg nach Sarajevo gereist, um Menschen zu töten? Drei Jahrzehnte nach Ende des Bosnienkriegs ermittelt die italienische Behörde wegen mutmaßlicher "Sarajevo-Safaris".
Makabre Freizeitaktivitäten während der Belagerung
Bei diesen "Safaris" sollen wohlhabende Westeuropäer gegen Bezahlung als Wochenend-Scharfschützen auf Zivilisten in der belagerten Stadt geschossen haben. Die Strafanzeige wurde vom italienischen Autor Ezio Gavazzeni eingereicht, der vom renommierten Ex-Richter Guido Salvini unterstützt wird. Salvini spricht von "krankhafter Mordlust" und einer von serbischen Sicherheitsstrukturen organisierten Menschenjagd.
Zeugenaussagen und frühere Medienberichte deuten darauf hin, dass vor allem Italiener, aber auch Franzosen, Belgier, Schweizer und Österreicher über Triest und Belgrad in die Hügel rund um Sarajevo gebracht wurden. Dort sollen sie für hohe Summen – laut Recherchen bis zu 200.000 Euro pro Wochenende – auf Kinder, schwangere Frauen und andere Zivilisten geschossen haben.
Ermittlungen und mögliche Konsequenzen
Gavazzenis Buch "I Cecchini del Weekend" und der Dokumentarfilm "Sarajevo Safari" brachten den Fall erneut an die Öffentlichkeit und lieferten Material für die Ermittlungen. Zeugenaussagen belasten auch serbische Kommandostrukturen und nennen als mögliche Schlüsselfigur einen früheren serbischen Geheimdienstchef. Die Staatsanwaltschaft prüft nun die Vorwürfe wegen mehrfachen Mordes aus niedrigen Beweggründen, bei Verurteilung droht lebenslange Haft.
Weitere wichtige Entwicklungen des Tages
Fachleute warnen vor Spritspar-Dongles: Kriminelle nutzen offenbar die hohen Spritpreise für ein fragwürdiges Angebot: Sie preisen kleine Boxen zum Benzinsparen für den Einbau ins Auto an. Experten halten die Geräte für "fabrikfrischen Elektroschrott".
Verkehrstarife im Vergleich: Tickets für den Nahverkehr haben sich laut ADAC in fünf Jahren um ein gutes Viertel verteuert. München hat die günstigste Monatskarte – ist aber immer noch teurer als das Deutschlandticket.
Kritik am Sondervermögen: Wirtschaftsforscher werfen der Koalition Zweckentfremdung beim Sondervermögen vor. Ein Jahr lang hatte die Regierung die Möglichkeit, ein Sondervermögen für Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz auszugeben. Zwei Institute rechnen nun vor: Das Geld wurde hauptsächlich genutzt, um Haushaltslöcher zu stopfen.
Cannabis bei psychischen Erkrankungen: Cannabis wird zunehmend per Rezept verschrieben. Doch für die Anwendung bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Autismus fehlen wissenschaftliche Nachweise, wie eine neue Studie zeigt. Eine Expertin für medizinisches Cannabis kritisiert die Ergebnisse der Untersuchung.



