Nahost-Konflikt eskaliert: Iran feuert 700 Raketen, Israel plant Tausende Ziele
Iran feuert 700 Raketen, Israel plant Tausende Ziele

Nahost-Konflikt erreicht neue Eskalationsstufe

Der militärische Konflikt im Nahen Osten hat eine neue Dimension erreicht. Nach Angaben iranischer Militärsprecher hat das Land seit Kriegsbeginn 700 ballistische Raketen auf Ziele in Israel und US-Stützpunkte in der Golfregion abgefeuert. Zusätzlich seien rund 3.600 Kampfdrohnen für Kamikazeeinsätze gestartet worden, wie die iranischen Onlineportale »Tabnak« und »Avash« unter Berufung auf General Ali Mohammed Naini, Sprecher der Revolutionswächter, berichten.

Israelische Militärstrategie: Tausende Ziele in Iran

Auf israelischer Seite zeigt man sich ebenfalls entschlossen. Brigadegeneral Effie Defrin, Sprecher des israelischen Militärs, erklärte laut »New York Times«, Israel verfüge noch über »Tausende« weitere Ziele in Iran. »Wir haben einen präzisen Plan«, sagte Defrin in einer Fernsehansprache. »Wir haben immer noch Tausende Ziele in Iran und identifizieren jeden Tag neue Ziele.«

Allerdings betonte der israelische Militärsprecher, der Sturz der iranischen Regierung gehöre nicht zu den offiziellen Kriegszielen. Diese Position unterscheidet sich von Äußerungen US-Präsident Donald Trumps, der einen Regimewechsel in Teheran ins Spiel gebracht hatte. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuvor erklärt, der Sturz der iranischen Regierung hänge vom iranischen Volk ab.

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Diplomatische Kontakte: Macron telefoniert mit iranischem Präsidenten

Parallel zu den militärischen Entwicklungen laufen diplomatische Gespräche auf höchster Ebene. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich mit Irans neuem Präsidenten Masoud Pezeshkian über die angespannte Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ausgetauscht. Laut einer iranischen Regierungserklärung telefonierte Pezeshkian mit Macron, wobei nähere Details zunächst nicht bekannt gegeben wurden.

Pezeshkian sprach in dem Gespräch von einem »aufgezwungenen Krieg« und kritisierte die Haltung »einiger europäischer Länder«, die Israel und die USA blind unterstützen würden. Der iranische Präsident forderte die Wahrung von Völkerrecht und Rechtsstaatlichkeit. Ein weiteres Thema waren laut Teheran »konsularische Angelegenheiten« – ein Hinweis auf mögliche Gefangenenaustauschverhandlungen zwischen Iran und Frankreich.

Geopolitisches Ringen um die Straße von Hormus

Die Straße von Hormus entwickelt sich zunehmend zum zentralen Schauplatz des Konflikts. US-Präsident Donald Trump hat nach Medienberichten mehrere Länder – darunter China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien – aufgefordert, Schiffe zu entsenden, um die wichtige Schifffahrtsroute zu sichern. Iran reagierte auf diese Forderung mit Spott.

Laut dem »Wall Street Journal« will Trump in den kommenden Tagen verkünden, welche Länder sich an einer Koalition zum Geleitschutz für Schiffe in der Meerenge beteiligen werden. Das Weiße Haus hat sich bislang nicht offiziell zu diesen Plänen geäußert, und öffentlich hat noch kein Land seine Teilnahme zugesagt.

Regionale Diplomatie unter Druck

Die Eskalation wirkt sich auch auf die regionalen Beziehungen aus. Der iranische Botschafter in Saudi-Arabien, Aliresa Enajati, erklärte gegenüber Reuters, angesichts des Krieges müssten die Beziehungen zu den arabischen Golfstaaten überprüft werden. »Wir sind Nachbarn und können nicht ohneeinander auskommen; wir werden eine ernsthafte Überprüfung benötigen«, sagte Enajati.

Der Botschafter kritisierte einen »ausgrenzenden Ansatz« und eine »übermäßige Abhängigkeit von externen Mächten« in der Region und plädierte stattdessen für eine engere Zusammenarbeit der Golfstaaten.

Deutsche Position: Bundeswehr hält sich heraus

In Deutschland betonte die Bundesregierung, dass die Bundeswehr sich aus dem Konflikt heraushalten werde. Bundeskanzler Olaf Scholz stellte klar, deutsche Soldaten würden nicht in der Straße von Hormus eingesetzt. Allerdings gibt es innerhalb der Opposition laut werdende Überlegungen, ob Deutschland sich an einer Sicherungsmission für die wichtige Handelsroute beteiligen sollte.

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Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts werden zunehmend spürbar. Experten warnen, dass die Unsicherheit über die Weltlage für die deutsche Wirtschaft zum Konjunkturrisiko werden könnte, insbesondere durch die Abhängigkeit von Öllieferungen durch die Straße von Hormus.

Mittlerweile sind fast alle deutschen Staatsbürger, die nach Kriegsbeginn im Nahen Osten festsaßen, aus dem Krisengebiet ausgereist. In der Europäischen Union wird derweil über eine mögliche Ausweitung der EU-Mission »Aspides« auf die Straße von Hormus diskutiert.