Iran eskaliert Konflikt um strategische Wasserstraße
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Öltransport, ist zum Zentrum einer gefährlichen Eskalation geworden. Seit Kriegsbeginn blockiert das iranische Mullah-Regime die Durchfahrt durch die Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die normalerweise täglich etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls fließen. Tausende Tanker warten seitdem darauf, passieren zu können, während die Preise für Öl, Gas und Sprit weltweit in die Höhe schießen.
Millionen-Dollar-Maut als neues Druckmittel
Jetzt hat das Regime ein vergiftetes Angebot vorgelegt: Die Durchfahrt soll wieder möglich sein – aber nur gegen Zahlung einer exorbitanten Mautgebühr. Bis zu zwei Millionen US-Dollar sollen pro Schiff fällig werden, wie aus iranischen Medienberichten hervorgeht. Vor dem Krieg war die Passage durch die Straße von Hormus noch kostenfrei.
Alaeddin Boroujerdi, ein Mitglied des Mullah-Parlaments, erklärte laut diesen Berichten, der Iran habe nach 47 Jahren ein „neues Souveränitätskonzept“ über die Wasserstraße etabliert. Er prahlte damit, dass die Erhebung von Transitgebühren in dieser Höhe die Stärke des Irans widerspiegle. „Dass Iran von einigen Schiffen, die die Meerenge durchqueren, Transitgebühren in Höhe von 2 Millionen Dollar einnimmt, spiegelt seine Stärke wider“, so Boroujerdi.
Weltwirtschaft vor schwerer Entscheidung
Die Ankündigung stellt die Weltwirtschaft vor ein ernsthaftes Dilemma. Die Optionen sind begrenzt:
- Hohe Zahlungen an das iranische Regime leisten
- Einen weiten Umweg abseits der Straße von Hormus nehmen, was ebenfalls zu erheblichen Mehrkosten führt
Am Mittwoch verschärften die Mullahs ihre Position noch weiter und erklärten, die Lage in der Straße von Hormus werde „nicht wieder so sein, wie sie einmal war“. Künftig werde ausschließlich das Mullah-Regime bestimmen, welche Schiffe die strategische Wasserstraße passieren dürfen.
Vergleich mit anderen Wasserstraßen
Zwar ist die Erhebung von Gebühren auf internationalen Wasserstraßen grundsätzlich nicht ungewöhnlich – für die Passage des Suezkanals fallen beispielsweise bis zu 700.000 US-Dollar an – doch die von Iran geforderten zwei Millionen Dollar pro Durchfahrt stellen eine neue Dimension dar. Besonders brisant ist die Tatsache, dass bisher nur einzelne Schiffe aus Ländern passieren dürfen, die sich aus Sicht des Mullah-Regimes nicht der „Aggression“ angeschlossen haben.
Die Blockade der Straße von Hormus seit dem 28. Februar und die nun angekündigten Millionen-Gebühren markieren eine gefährliche Zuspitzung des Konflikts. Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits weltweit spürbar, und eine Lösung des Problems scheint derzeit nicht in Sicht. Die internationale Gemeinschaft steht vor der schwierigen Aufgabe, auf diese Provokation angemessen zu reagieren, ohne die ohnehin angespannte Lage weiter eskalieren zu lassen.



