Krieg im Iran eskaliert: Teheran unter Angriffen, Nachfolge für Chamenei im Fokus
Iran-Krieg eskaliert: Angriffe auf Teheran, Chamenei-Nachfolge

Krieg im Iran eskaliert: Teheran unter schweren Angriffen

Mehr als eine Woche nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen haben die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran massiv verstärkt. In der Hauptstadt Teheran ging am Samstagabend ein Öllager in Flammen auf, wobei gewaltige Feuerbälle den Nachthimmel erhellten. Am darauffolgenden Morgen verdunkelten dichte Rauchschwaden den bereits bewölkten Himmel über der Metropole und hinterließen ein Bild der Zerstörung.

Nachfolge für getöteten Ajatollah Chamenei soll geklärt sein

Trotz der anhaltenden Kriegshandlungen soll sich der sogenannte Expertenrat des Irans auf einen Nachfolger für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei geeinigt haben. Chamenei war bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar in Teheran ums Leben gekommen. Warum der Name des Nachfolgers noch nicht öffentlich verkündet wurde und wann dies geschehen soll, bleibt vorerst unklar.

Gemäß der iranischen Verfassung obliegt es den 88 Geistlichen im Expertenrat, das neue Staatsoberhaupt zu bestimmen. Nach bisher unbestätigten Berichten gelten Modschtaba Chamenei (56), der Sohn des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Chomeini (53), der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten für diese entscheidende Position.

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Drohungen gegen potenziellen Nachfolger

Das israelische Militär hat bereits deutlich gemacht, dass auch der künftige Nachfolger nicht vor Angriffen sicher sein wird. In einem Post auf Farsi auf der Plattform X hieß es: „Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht.“ Ähnliche Äußerungen kamen von US-Präsident Donald Trump, der damit die Entschlossenheit der Allianz unterstrich.

Deutsches Botschaftspersonal evakuiert

Angesichts der schweren Angriffe der USA und Israels hat die Bundesregierung vorsorglich das Personal der deutschen Botschaft in Teheran vorübergehend ins Ausland in Sicherheit gebracht. Das Auswärtige Amt betonte jedoch, dass die Erreichbarkeit der Botschaft weiterhin gewährleistet sei. Parallel dazu demonstrierten in mehreren deutschen Städten Menschen für die Freiheit des Irans und zeigten damit ihre Solidarität mit der Zivilbevölkerung.

Iran reagiert mit Angriffen auf Golfstaaten

Der Iran antwortet auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge seit dem vergangenen Samstag nicht nur mit Angriffen auf Israel, sondern auch auf verschiedene Golfstaaten. In Israel wurden am Sonntagnachmittag neue Raketenangriffe gemeldet, während in Kuwait das Gebäude der Behörde für Sozialversicherungen bei einem mutmaßlich iranischen Angriff getroffen wurde.

Die kuwaitische Armee teilte auf X mit, dass die Luftabwehr drei in den Luftraum eingedrungene ballistische Raketen abfing und zerstörte. Auch Saudi-Arabien meldete in der Nacht zum Sonntag, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien.

Kritische Infrastruktur in Bahrain getroffen

Besonders besorgniserregend ist die Situation in Bahrain, wo eine wichtige Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen wurde. Das Innenministerium des Landes verurteilte dies als „iranische Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele“ richte. Ähnlich wie andere Golfstaaten ist das kleine Bahrain für seine Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen.

Die rund 400 Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten, die vor allem mit Öl und Gas betrieben werden, produzieren etwa 40 Prozent des weltweit entsalzten Wassers. Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA am Samstag vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus angegriffen zu haben, was jedoch zunächst nicht unabhängig überprüft werden konnte.

Trump ehrt gefallene US-Soldaten

US-Präsident Donald Trump und Finanzminister Scott Bessent hatten am Wochenende die schwersten Angriffe auf den Iran angekündigt. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Militär, dass die Angriffe auf das Korps der iranischen Revolutionsgarden, Flugabwehrsysteme sowie Raketen verstärkt worden seien. Zu konkreten Opferzahlen gab es zunächst keine offiziellen Angaben.

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Trump nahm am Samstag an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil und reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware. Dort traf er auch die Familien der Gefallenen, die nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait ums Leben gekommen waren. Auffällig war dabei, dass Trump unter den meist schwarz gekleideten Gästen eine weiße Baseball-Kappe mit der Aufschrift „USA“ trug.

Israelische Angriffe im Libanon

Israel führte neben neuen Angriffen auf den Iran nach eigenen Angaben weitere Attacken auf die Hisbollah im Libanon durch. In der Hauptstadt Beirut seien Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden das Ziel gewesen. Nach libanesischen Angaben griff die israelische Armee dabei ein Zimmer eines Luxushotels an.

Weiter südlich, nahe der gemeinsamen Grenze am Litani-Fluss, wurde nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums ein Wohngebäude in einem Dorf getroffen. Mindestens 15 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, darunter nach örtlichen Medienberichten auch Frauen und Kinder. Rettungskräfte suchten unter Trümmern nach weiteren Opfern.

Die israelische Armee begründete die Angriffe mit terroristischen Aktivitäten der Hisbollah und rief Anwohner auf, sich nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu begeben. Teil des aktuellen Militäreinsatzes im Libanon ist nach israelischen Angaben auch eine begrenzte Bodenoffensive mit dem Ziel, eine Sicherheitszone entlang der Grenze einzurichten, um Hisbollah-Kämpfer weiter nach Norden zu drängen und das Risiko von Angriffen zu verringern.