Eine Woche Iran-Krieg: Keine Anzeichen auf Nachlassen
Rund eine Woche nach Beginn des militärischen Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran zeigen alle beteiligten Seiten keinerlei Bereitschaft zum Nachgeben. Die Lage im Nahen Osten bleibt äußerst angespannt, während die Kampfhandlungen sich weiter intensivieren und ausweiten.
Trumps kompromisslose Haltung
US-Präsident Donald Trump schließt jegliche Verhandlungen mit Teheran zur Beendigung des Konflikts kategorisch aus. Stattdessen fordert er auf seiner Plattform Truth Social eine bedingungslose Kapitulation des iranischen Regimes. Der Republikaner erneuerte zudem seinen Anspruch, bei der Auswahl der künftigen Staatsführung im Iran mitzubestimmen. „Danach werde man das Land wieder aufbauen und zu neuer Größe führen“, so Trump in seiner Erklärung.
Israelische Militäroffensive geht in neue Phase
Von israelischer Seite wurde bekanntgegeben, dass die Angriffe in eine nächste Operationsphase übergehen. „In dieser Phase werden wir das Regime und seine militärischen Kapazitäten weiter zerschlagen“, erklärte Israels Generalstabschef Ejal Zamir. Seit vergangenem Wochenende habe die israelische Luftwaffe in der nun abgeschlossenen Überraschungsangriffsphase rund 2.500 Angriffe im Iran ausgeführt, die Lufthoheit erlangt und mehr als 60 Prozent der Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zerstört.
Iranische Gegenoffensive und regionale Eskalation
Der Iran reagiert mit massiven Vergeltungsschlägen und hält die gesamte Region in Atem:
- Der staatliche Rundfunk im Iran berichtete unter Berufung auf die Streitkräfte, der Feind werde in den kommenden Tagen intensiver und umfangreicher angegriffen
- Eine neue Welle iranischer Raketen traf Israel, Bahrain und Saudi-Arabien
- Die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus wird blockiert, was potenziell dramatische Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben könnte
- Kurz vor dem Wochenende wurde ein Öltanker vor der Küste Kuwaits attackiert und stand in Flammen
Deutsche Warnungen vor unkontrollierbaren Folgen
Bundeskanzler Friedrich Merz warnte eindringlich vor den unkontrollierbaren Folgen einer langen Kriegsdauer. „Eine dauerhafte Fortführung dieses Krieges wäre nicht in unserem Interesse. Gleiches gilt auch für den möglichen Zusammenbruch der iranischen Staatlichkeit oder auf dem iranischen Boden ausgetragener Stellvertreterkonflikte“, sagte der CDU-Chef bei einem Besuch in München. Solche Szenarien könnten weitreichende Folgen für Europa haben, insbesondere für die Sicherheit, die Energieversorgung und die Migration.
Direkte Angriffe auf iranische Führung
Israels Armee griff eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei an. Der unterirdische Komplex befindet sich unter iranischen Regierungsgebäuden im Zentrum der Hauptstadt Teheran. Der Angriff schwäche „die Führungs- und Kontrollfähigkeiten des Regimes“ weiter, so die israelische Mitteilung. Neben Teheran wurden auch Isfahan im Zentraliran sowie drei Kleinstädte bombardiert.
Humanitäre Konsequenzen und regionale Ausweitung
Die humanitären Folgen des Konflikts werden immer gravierender:
- In Israel wurden im Zuge des Krieges bislang elf Menschen getötet
- Im Iran sollen seit Samstag bereits mehr als 1.200 Menschen ums Leben gekommen sein
- Auch in den Golfstaaten gab es bei iranischen Angriffen bereits mehrere Tote
- Die iranische Rothalbmondgesellschaft veröffentlichte Fotos zerstörter Wohnhäuser aus den großen Städten
Eskalation mit Hisbollah im Libanon
Der Konflikt weitet sich zudem auf den Libanon aus, wo es zu einem Schlagabtausch zwischen Israels Streitkräften und der mit dem Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah kam. Nach schweren israelischen Angriffen auf die südlichen Vorstädte Beiruts wurden diese am Vormittag erneut bombardiert. Gleichzeitig flogen Raketen aus dem Libanon in Richtung Israel. Berichten zufolge hatten viele Tausende Menschen die Beiruter Vorstädte in den vergangenen Tagen verlassen, nachdem Israels Armee weiträumige Evakuierungsaufforderungen veröffentlicht hatte.



