Iran-Krieg: US-Angriffe und Hisbollah-Proteste – Eskalation im Nahen Osten
Iran-Krieg: US-Angriffe und Hisbollah-Proteste

Iran: Vergeltungsschläge gegen US-Standorte gemeldet

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf US-Angriffe US-Militärstandorte in der Region attackiert. Dies teilte die Eliteeinheit in einer vom Staatsrundfunk verbreiteten Stellungnahme mit. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht; eine Bestätigung von US-Seite stand aus.

US-Vizepräsident Vance sendet deutliche Warnung an Teheran

US-Vizepräsident JD Vance richtete nach den US-Militärschlägen eine unmissverständliche Botschaft an die iranische Führung. Auf der Plattform X schrieb er: „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.“ Zuvor hatten die USA iranische Ziele angegriffen, nachdem ein Handelsschiff in der Straße von Hormus attackiert worden war. Vance ergänzte, der Iran könne zum Telefon greifen, wenn es Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung der Absichtserklärung gebe.

Hintergrund: Drohnenangriff auf Frachter löst US-Vergeltung aus

Auslöser der jüngsten Eskalation war ein Drohnenangriff auf einen Frachter in der Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump warf dem Iran vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Auf Truth Social schrieb Trump, der Iran habe mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe gestartet. Eine Drohne habe ein Frachtschiff getroffen, das aber seine Fahrt fortsetzen konnte. Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. „Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung“, erklärte Trump.

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Das Regionalkommando des US-Militärs für den Nahen Osten teilte mit, Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen im Iran seien beschossen worden. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte gegenüber CNN, dass die US-Angriffe beendet seien.

Hisbollah-Proteste in Beirut gegen Rahmenabkommen mit Israel

Nach der Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf ein Rahmenabkommen kam es in Beirut zu Protesten. Unterstützer der proiranischen Hisbollah-Miliz zogen am Abend und in der Nacht zu Fuß und auf Motorrädern durch die Stadt und riefen Slogans gegen das Abkommen. Straßen wurden mit brennenden Reifen blockiert, wie der Sender LBC International und Augenzeugen berichteten.

Die Hisbollah fühlt sich nicht an das Abkommen gebunden. Hassan Fadlallah, Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, sagte dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen: „Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen.“ Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden. Die Hisbollah wolle an ihren Waffen festhalten und sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen.

Rahmenabkommen zwischen Israel und Libanon: Details noch unklar

Medienberichten zufolge haben sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen verständigt. Die „Times of Israel“ und die „Jerusalem Post“ berichteten unter Berufung auf ranghohe Beamte, dass Regierungsvertreter unter US-Vermittlung in Washington verhandelt hatten. US-Außenminister Marco Rubio bestätigte die Unterzeichnung. Details zu den inhaltlichen Vereinbarungen waren zunächst nicht bekannt. Die libanesische Regierung strebt einen Abzug der israelischen Truppen an, während Israel eine Entwaffnung der Hisbollah fordert. Hisbollah-Chef Naim Kassim bekräftigte, Israel müsse den Libanon bedingungslos verlassen.

Weltschifffahrtsorganisation evakuiert Seeleute – Mission unterbrochen

Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hat bis zur Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus etwa 2.500 Seeleute evakuiert. Die zu Wochenbeginn gestartete Mission umfasste mindestens 115 Schiffe, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez. Nach dem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman setzte die IMO die Evakuierung vorläufig aus. Dominguez erwarte nun Sicherheitsgarantien. Das betroffene Schiff habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Plans befunden. Die UN-Sonderorganisation hatte angekündigt, 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren.

Seit Beginn des Iran-Konflikts sind laut Dominguez 14 Seeleute bei mehr als 40 Angriffen auf Schiffe gestorben. Die Straße von Hormus war wochenlang faktisch blockiert.

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Iranische Revolutionsgarden lehnen neue Schifffahrtsroute ab

Die iranischen Revolutionsgarden bezeichneten eine ohne Abstimmung mit dem Iran angekündigte neue Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus als inakzeptabel und gefährlich. Eine sichere Durchfahrt sei nur auf den vom Iran festgelegten Routen möglich, teilte die Eliteeinheit mit. Eine Abstimmung mit der Marine der Revolutionsgarden über Funk sei zwingend erforderlich. Gegen Schiffe, die sich nicht daran halten, wurden Maßnahmen angekündigt.

Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem Gharibabadi warnte auf X, eine sichere Passage könne ohne Koordination mit Teheran nicht garantiert werden. Sollte eine Absprache ausbleiben, könne dies zur Sperrung ausgewiesener Routen führen. Zuvor hatte Oman in Absprache mit der IMO temporäre Routen festgelegt. Omans Außenminister Badr al-Busaidi betonte, dass keine Transitgebühren erhoben würden.

Israelischer Soldat im Südlibanon getötet

Im Süden des Libanon wurde ein israelischer Soldat getötet, ein weiterer verletzt, teilte das israelische Militär mit. Damit stieg die Zahl der bei Kämpfen zwischen Israel und der Hisbollah getöteten Soldaten auf mindestens 37. Zudem wurden bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon zwei Menschen getötet, wie aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz lehnte einen Truppenabzug aus dem Libanon ab. Die Armee werde so lange wie nötig in den Sicherheitszonen bleiben. Zuvor hatte Katz den Iran vor einem Angriff gewarnt: Ein iranischer Angriff auf Israel wäre der „größte Fehler“ der Führung in Teheran.