Israelische Luftangriffe treffen iranische Ölindustrie
Seit Samstag führt die israelische Luftwaffe massive Angriffe auf die iranische Ölindustrie durch. Über Teheran sind gewaltige schwarze Rauchwolken zu sehen, die sich über die Hauptstadt ausbreiten. Die Angriffe zielen auf Treibstofflager und Ölanlagen, die nach israelischen Angaben für die militärische Infrastruktur des Irans genutzt werden.
Schwarzer Regen über der Hauptstadt
Die Folgen der Bombardements sind in Teheran deutlich sichtbar und spürbar. Dichte, ölgetränkte Wolken verdunkeln den Himmel, sodass Autofahrer selbst tagsüber mit Licht fahren müssen. CNN-Reporter Fred Pleitgen berichtet von schwarzem Regenwasser in der Stadt: „Man sieht, dass das Regenwasser tatsächlich schwarz ist – es scheint mit Öl gesättigt zu sein.“
Iranische Bürger zeigen ölverschmierte Oberflächen, die nach den Angriffen zurückbleiben. Die schwarzen Niederschläge bedecken Straßen, Gebäude und Fahrzeuge in der Metropole.
Oppositionsführer fordert Zerstörung aller Ölfelder
Israels Oppositionsführer Yair Lapid äußerte sich deutlich zu den Motiven hinter den Angriffen. Auf der Plattform X schrieb der ehemalige Premierminister: „Israel muss alle iranischen Ölfelder und die gesamte Energieindustrie auf der Insel Charg zerstören. Nur so kann die iranische Wirtschaft zusammenbrechen und das Regime gestürzt werden.“
Lapid, der 2022 sechs Monate lang eine Übergangsregierung führte, betonte, der Krieg dürfe erst enden, wenn das Regime gestürzt, die Atomanlagen zerstört, die Raketenindustrie vernichtet und die Hisbollah im Libanon besiegt sei.
Experten warnen vor schwerwiegenden Folgen
Meteorologen und Wissenschaftler äußern ernste Bedenken zu den Auswirkungen der Öl-Bombardements. Jim Dale, leitender Meteorologe beim britischen Wetterdienst, warnt vor massiven Gesundheitsrisiken: „Das Einatmen solcher Schadstoffe kann sowohl zu kurz- als auch zu langfristigen Atemwegserkrankungen führen und langfristig sogar Krebs verursachen.“
Der schwarze Regen könnte im Iran zu erheblichen Ernteausfällen führen und die Trinkwasserversorgung in Stauseen rund um Teheran beeinträchtigen. Foad Izadi, Professor an der Universität Teheran, vermutet, dass der Iran durch die Angriffe vor einer „schweren Umweltkatastrophe“ stehe.
Israelische Militärbegründung
Das israelische Militär bezeichnete die Angriffe auf die Treibstofflager als gezielte Maßnahme gegen die iranische Führung. Nach israelischen Angaben nutzen die iranischen Streitkräfte diese Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Über sie werde Treibstoff an verschiedene Abnehmer verteilt, darunter auch militärische Einrichtungen im Iran.
Während Premierminister Benjamin Netanjahu nur vage vom „Moment der Wahrheit“ sprach, der näher rücke, zeigen die aktuellen Entwicklungen eine deutliche Eskalation im Konflikt zwischen Israel und dem Iran.



