Jill Bidens Memoiren: Ein Buch, das die Demokraten entblößt
Jill Bidens Memoiren entblößen Probleme der Demokraten

Ein Buch, das die Demokraten entblößt

Jill Biden, die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten, hat vor wenigen Tagen ihren 75. Geburtstag gefeiert. Doch statt Glückwünsche erntet sie von einem Teil ihrer eigenen Partei Kritik. Ihre Memoiren „View from the East Wing“ werden von manchen Demokraten als Gefahr für die politische Zukunft gesehen. Dabei ist das Buch lesenswert und bietet einen ehrlichen Einblick in das Leben im Weißen Haus.

Der Inhalt des Buches

Das Buch erzählt von Camp David, Air Force One, Familienwochenenden und Staatsbanketten. Es beschreibt die Arbeit im Rosengarten des Weißen Hauses, der damals noch nicht mit Pflastersteinen planiert war – dafür sorgte Melania Trump. Vor allem aber schildert es das historisch jähe Ende der Präsidentschaft von Joe Biden. Eigentlich wäre dies Pflichtstoff für eine politische Nachlese. Doch in Washington rufen manche Demokraten: „Hilfe, bitte nicht zurückblicken!“

Die Kritik an Joe Biden

Die Kritik an Joe Bidens letztem Wahlkampf ist nicht unberechtigt. Die historische Fernsehdebatte vom 27. Juni 2024 war ein politischer Totalschaden. Biden verlor Faden, Rhythmus und Rest-Autorität. Jill Biden schreibt, sie habe gedacht: „Mein Gott, er hat einen Schlaganfall.“ Hinter der Bühne soll Joe geflüstert haben: „Ich habe es wirklich vermasselt, oder?“ Sie antwortete: „Ja, das hast Du.“ Später, als er die Segel streckte und Vize Kamala Harris seinen Segen gab, sagte er zu ihr: „Jilly, ich hatte keine Wahl.“

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Die Frage nach dem Wissen

Natürlich legt Frau Biden kein minutiöses Zeugnis darüber ab, was sie vor dem TV-Debakel wusste. „War er zu alt für das Amt geworden und ich hatte es nicht bemerkt?“, heißt es an einer Stelle schwammig. „Ich glaubte nicht, aber konnte ich objektiv genug sein, um mir sicher zu sein?“ Daraus abzuleiten, dass Jill Biden den Demokraten die nachträglich fruchtlose Selbstbeschäftigung mit ihrem Gatten aufzwingt, ist daneben. Wer links der Mitte steht und 2028 gewinnen will, darf Bidens Ende nicht romantisieren. Aber er muss es auch nicht wie Sonderabfall verbuddeln.

Bidens Erbe ist besser als sein Ruf

Bidens Erbe ist besser, als es im Rückblick gemacht wird. Er führte Amerika aus der Pandemie, baute Bündnisse gegen Putin neu auf, schob Infrastruktur, Industriepolitik und Klimainvestitionen an. Er brachte Anstand zurück in ein Amt, das Trump inzwischen zur Mafia-Kopie gemacht hat. Natürlich war er zu alt für eine zweite Kampagne. Natürlich hat er den Zeitpunkt für einen geordneten Übergang verpasst. Aber aus dem späten Scheitern folgt nicht, dass die ganze Präsidentschaft ein Desaster war.

Jill Biden: Eine schwierige Figur

Jill Biden ist in all dem eine schwierige Figur, aber keine, die man der Lächerlichkeit preisgeben darf. Sie war Schutzschild, Ehefrau, Lehrerin, Großmutter, Wahlkämpferin. Sie war die erste First Lady, die weiter als Lehrerin an einem Community College unterrichtete. Sie machte Militärfamilien, Krebsprävention, Frauenmedizin und Bildung zu ihren Themen. Dass sie nun ihre Version erzählt und daran gut verdient, ist kein Putsch gegen die Zukunft. Es ist ein normaler Akt einer Frau, die vier Jahre im politischen Schneeglas lebte.

Die Orientierungslosigkeit der Demokraten

Seit wann lenken First-Lady-Memoiren die Wähler in die falsche Richtung? Wer sich von 300 Seiten Jill Biden aus dem Konzept bringen lässt, hat kein Konzept. Das Problem der Demokraten ist nicht Erinnerung, sondern Orientierung. Sie lecken ihre Kamala-Wunden, streiten über Identität, Klasse, Alter, Gaza, Inflation, Geschlechterfragen und Sprache. Sie suchen nach jemandem, der Trump nicht nur moralisch verurteilt, sondern politisch besiegt. Genau dafür braucht man Klarheit: Warum blieb Biden zu lange? Warum konnte Harris die Rettungsleine nicht in einen Sieg verwandeln? Warum ist eine Partei, die ständig von Demokratie spricht, so schnell erschrocken, wenn eine Frau einen kalkulierten Blick in ihr Innerstes gewährt?

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Ein ungeschriebenes Ende

Am schönsten ist vielleicht die Stelle im Buch, die Jill Biden nicht liefert. Am Ende, am frostigen Januartag von Trumps Amtseinführung 2025, schrieb sie mit dem Finger eine Abschiedsbotschaft an die gefrorene Fensterscheibe der White-House-Residenz. Was dort stand, verrät sie nicht. Schade. Vielleicht war es ein Liebesgruß an Joe. Vielleicht ein derber Fluch des „Philly-Girls”. Vielleicht ein Satz, den Demokraten sich an den Kühlschrank kleben könnten, um demnächst wieder zu gewinnen.