Massive Protestwelle in den USA: Millionen demonstrieren gegen Trump-Regierung
In einer beispiellosen Protestaktion sind am Samstag in allen 50 Bundesstaaten der USA Millionen von Bürgern gegen die Politik von Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „No Kings“ – zu Deutsch „Keine Könige“ – formierte sich ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, das landesweit etwa 3.000 Kundgebungen organisierte. Nach Angaben der Veranstalter wurden rund neun Millionen Teilnehmer erwartet, was diese Mobilisierung zu einer der größten in der Geschichte des Landes machen würde, auch wenn die Zahlen noch unabhängig überprüft werden müssen.
„Faschisten im Weißen Haus“: Scharfe Kritik an der Regierung
Die Demonstranten warfen der Trump-Administration in Sprechchören vor, „Faschisten im Weißen Haus“ zu sein. Symbolisch wurde eine Pappfigur von Trumps Vizestabschef Stephen Miller mit dem Namensschild „Adolf“ für Adolf Hitler versehen. Die Proteste richten sich gegen mehrere Politikbereiche: die umstrittene Migrationspolitik, außenpolitische Entscheidungen wie eine mögliche Eskalation im Iran und die steigenden Lebenshaltungskosten. Kritiker beschuldigen Trump, demokratische Grundprinzipien wie Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und das Wahlrecht systematisch zu untergraben.
„Trump will wie ein Tyrann über uns herrschen. Aber dies ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk – nicht bei Möchtegern-Königen oder ihren milliardenschweren Kumpanen“, erklärten die Organisatoren im Vorfeld der Demonstrationen. Die zentrale Veranstaltung fand in St. Paul, Minnesota, statt, wo sich eine riesige Menge versammelte. Hintergrund sind hier umstrittene Einsätze von Bundesbehörden gegen Migranten, bei denen zwei US-Bürger durch Schüsse von Beamten ums Leben kamen.
Prominente Unterstützung und internationale Solidarität
Zu den prominenten Unterstützern gehörte US-Rocklegende Bruce Springsteen, der in St. Paul zu den Demonstranten sprach. Er hatte nach den Todesfällen in Minnesota die Protesthymne „Streets of Minneapolis“ kreiert, die sich gegen die als „Privatarmee von König Trump“ bezeichneten Abschiebe-Razzien richtet. Neben großen Metropolen wie New York, Washington und San Francisco gab es auch in kleineren Orten sowie in konservativ geprägten ländlichen Regionen Proteste, was die breite Basis der Bewegung unterstreicht.
Auch international formierte sich Widerstand. In Deutschland fanden Solidaritätskundgebungen in mehreren Städten statt, darunter Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Berlin. In München versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 600 Menschen auf dem Odeonsplatz, in Frankfurt kamen etwa 120 Teilnehmer zusammen. Auf Plakaten wurden Angriffe auf die Demokratie, die Einwanderungsbehörde ICE und die Forderung nach Freigabe der Epstein-Akten thematisiert.
Reaktion des Weißen Hauses und historischer Kontext
Das Weiße Haus kritisierte die Proteste scharf und bezeichnete sie laut Medienberichten als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung. Dennoch zeigen die Zahlen und die geografische Verteilung, dass die Bewegung erheblichen Zulauf hat. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen Millionen Menschen mobilisiert, was auf eine anhaltende Unzufriedenheit mit der Trump-Regierung hindeutet.
In Washington marschierten Zehntausende von der Memorial Bridge zum Washington Monument, darunter viele ältere Menschen. Eine Demonstrantin betonte gegenüber der dpa, dass die Menschen in Deutschland sehen sollten, dass es in Amerika aktiven Widerstand gegen Trumps Politik gibt. Die Proteste unterstreichen die tiefen politischen Gräben in den USA und die Sorge um den Erhalt demokratischer Werte in einer polarisierten Zeit.



