Merkel auf re:publica: Sperrmüll, Döner und Putin
Merkel auf re:publica: Sperrmüll, Döner und Putin

Angela Merkel hat auf der Digitalkonferenz „re:publica“ in Berlin einmal mehr ihr Talent für lockere und zugleich tiefgründige Auftritte unter Beweis gestellt. Vor vollem Saal und einem jungen, überwiegend weiblichen Publikum plauderte die Altbundeskanzlerin über Dönerpreise, Sperrmüll und den traurigen Buckelwal Timmy. Doch beim Thema Ukraine-Krieg und Russland wurde sie grundsätzlich.

Ein Heimspiel für Merkel

Pünktlich um 13 Uhr begann die Live-Übertragung vom WDR-Europaforum, das diesmal im Rahmen der re:publica stattfand. „Ich freu mich, dass Sie da sind“, begrüßte Merkel die Zuschauer und wandte sich auch an jene, die keinen Platz mehr im Saal gefunden hatten: „Die es vielleicht nicht geschafft haben und jetzt ins Fernsehen schauen müssen, also in die Röhre, wie man früher gesagt hat. Aber das ist ja nicht mehr die Röhre.“ Erste Lacher im Publikum folgten. Merkel, ganz Physikerin, analysierte die Herkunft der Redewendung: „Das kam ja aus der Röhrentechnik damals.“ Der Saal kicherte. „Na, das war für die, die das nicht mehr wissen“, fügte sie hinzu – noch mehr Gelächter.

Lockere Fragen und ernste Töne

Eine halbe Stunde lang ließ sich Merkel von Markus Preiß, dem Chef des ARD-Hauptstadtstudios, interviewen, bevor Zuschauerfragen vorgelesen wurden. Sie wolle sich nicht „wegducken vor dem öffentlichen Leben“, sagte sie. So ging es zunächst um Europa, die Ukraine und den Bundespräsidenten. Im zweiten Teil kamen dann die kurioseren Themen: D wie Döner, S wie Sperrmüll und T wie Timmy. Gefragt, was sie mit dem traurigen Buckelwal gemacht hätte, antwortete Merkel mit einem Augenzwinkern. Auch die Dönerpreisentwicklung der nächsten zehn Jahre schätzte sie humorvoll ein. Doch als es um den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ging, wurde sie ernst und betonte die Notwendigkeit von Vermittlung.

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Ein gelungener Auftritt

Merkel zeigte sich gut gelaunt und souverän. Der Wechsel des WDR-Europaforums vom Auswärtigen Amt auf die re:publica sei „ein guter Move“ gewesen, bescheinigte sie dem Gastgeber – wieder Lacher im Saal. Der Auftritt war ein weiterer Beweis dafür, dass die Altbundeskanzlerin auch nach ihrer Amtszeit das Publikum für sich zu gewinnen weiß.

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