Pakistan erklärt Taliban offenen Krieg: Luftangriffe auf Kabul nach Grenzgefechten
Pakistan erklärt Taliban offenen Krieg nach Luftangriffen

Pakistan erklärt Taliban offenen Krieg nach Luftangriffen auf Kabul

Die Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach heftigen Auseinandersetzungen entlang der gemeinsamen Grenze hat die pakistanische Regierung der Taliban-Regierung in Afghanistan den offenen Krieg erklärt. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif verkündete am Freitagmorgen auf der Plattform X: "Unsere Geduld ist am Ende. Jetzt herrscht offener Krieg zwischen uns und euch."

Luftangriffe auf afghanische Stellungen

Als Reaktion auf vorangegangene Angriffe der Taliban hat die pakistanische Luftwaffe militärische Einrichtungen in Afghanistan angegriffen. Betroffen waren unter anderem Ziele in der Hauptstadt Kabul sowie in den Provinzen Kandahar und Paktia. Der Sprecher der Taliban-Regierung, Sabiullah Mudschahid, bestätigte die Luftangriffe auf X, gab jedoch an, dass es keine Berichte über Opfer gebe. Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar bestätigte die Angriffe im staatlichen Fernsehsender PTV.

Eskalation nach Grenzgefechten

Die jüngste Eskalation folgt auf schwere Gefechte entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze. Am vergangenen Wochenende hatte Pakistan zunächst Stellungen in Afghanistan angegriffen. Am Abend schlugen die afghanischen Taliban zurück und starteten eine umfassende Offensive auf pakistanische militärische Stellungen. Beide Seiten beanspruchten Erfolge:

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  • Der Taliban-Sprecher Mudschahid erklärte, in der Provinz Kunar seien etwa 40 pakistanische Soldaten getötet worden.
  • Pakistanische Sicherheitskreise berichteten dagegen von 22 getöteten Taliban-Kämpfern und mehreren abgeschossenen Drohnen.
  • Informationsminister Tarar sprach von lediglich zwei getöteten eigenen Soldaten und drei Verletzten.

Historische Spannungen und territoriale Streitigkeiten

Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan haben sich in den letzten Monaten massiv verschlechtert. Bereits im Herbst war es zu Gefechten gekommen, bei denen laut UN-Angaben 70 afghanische Zivilisten bei pakistanischen Angriffen starben. Pakistan wirft Afghanistan vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Ein zentraler Streitpunkt ist die rund 2.400 Kilometer lange Grenze, die als Durand-Linie bekannt ist und deren Verlauf zwischen den Ländern umstritten bleibt. Diese faktische Grenze entstand 1893 zwischen dem damaligen Britisch-Indien und dem Emirat Afghanistan.

Reaktionen der politischen Führung

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari betonte in der Nacht auf X die Entschlossenheit seines Landes: "Pakistan wird keine Zugeständnisse in Bezug auf Frieden und territoriale Integrität machen. Die Reaktion unserer Streitkräfte ist umfassend und entschlossen." Die Taliban-Regierung ihrerseits rief in sozialen Medien zur Unterstützung der Mudschaheddin auf und verurteilte die pakistanischen Angriffe als Verletzung der Souveränität Afghanistans. Die Situation bleibt angespannt, und weitere militärische Auseinandersetzungen werden befürchtet.

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