Razzia gegen türkische Erpresser-Mafia in Berlin: Drei Festnahmen
Razzia gegen Erpresser-Mafia: Drei Festnahmen in Berlin

Die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwochmorgen mit einer groß angelegten Razzia gegen die organisierte Kriminalität durchgegriffen. Im Fokus standen Banden, die türkisch- und kurdischstämmige Ladenbesitzer in Berlin und anderen Städten mit Gewalt bedrohen und hohe Geldsummen erpressen. Die Ermittler durchsuchten mehrere Objekte in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt und nahmen drei Männer fest.

Durchsuchungen in mehreren Bundesländern

Insgesamt richteten sich die Durchsuchungen gegen zwölf Männer im Alter von 16 bis 61 Jahren, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Einsätze wurden von Spezialeinsatzkommandos (SEK) unterstützt, und nach Informationen der „B.Z.“ war auch die GSG 9, die Spezialeinheit der Bundespolizei, beteiligt. In Berlin durchsuchten die Beamten elf Wohnungen, unter anderem in den Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof und Wedding. Auch in der brandenburgischen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt fanden Durchsuchungen statt.

Scharfe Waffen und Drogen sichergestellt

Bei den Razzien stellte die Polizei fünf scharfe Schusswaffen sicher. Zudem wurden Drogen, darunter Heroin, sowie Bargeld im fünfstelligen Bereich beschlagnahmt. Auch mehrere Messer und Handys fanden die Ermittler. Die drei festgenommenen Männer sollten einem Haftrichter vorgeführt werden, der über eine mögliche Untersuchungshaft entscheiden wird.

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Ermittlungen wegen Schutzgelderpressung und Waffenhandel

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei der Verdächtigen wegen Schutzgelderpressung, gegen die übrigen wegen des Verdachts des Handels mit Schusswaffen. Alle Beschuldigten werden der Organisierten Kriminalität zugerechnet, ein Teil von ihnen ist vorbestraft. Die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für Waffe) war im Februar gegründet worden, um gegen die Serie von Schießereien in Berlin vorzugehen. Sie arbeitet eng mit der besonderen Aufbauorganisation „Ferrum“ (lateinisch für Eisen) des Landeskriminalamts zusammen.

Modus Operandi: Junge Männer aus der Türkei als „Shooter“

Laut einem Bericht der „B.Z.“ richteten sich die Durchsuchungen unter anderem gegen sogenannte „Shooter“. Dabei handelt es sich um Personen, die gegen Bezahlung auf Menschen oder Objekte schießen. Das SEK stürmte unter anderem eine Wohnung in der Kreuzbergstraße in Kreuzberg, in der Hintermänner mutmaßlich Shooter untergebracht haben sollen. Nach Erkenntnissen der Polizei werden teils junge Männer aus der Türkei für kurze Zeit eingeflogen. Sie erhalten Aufträge für Schüsse auf Geschäfte, Autos oder Menschen und verschwinden nach ein oder zwei Wochen wieder aus Deutschland. Die Kommunikation läuft oft nur über Internetportale oder Chatgruppen.

Erfolge der Ermittlungsgruppe

In den vergangenen Monaten nahm die Polizei zahlreiche Verdächtige fest und beschlagnahmte viele Pistolen und Munition. Ende Mai saßen knapp 30 mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft, weitere Beschuldigte stehen bereits vor Gericht. Insgesamt laufen mehr als 100 Ermittlungsverfahren. Die Razzia am Mittwoch zeigt, dass die Behörden entschlossen sind, gegen die gewalttätigen Gruppen vorzugehen und die Schusswaffenkriminalität in Berlin einzudämmen.

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