Israelische Sicherheitsexperten: Russland profitiert am meisten vom Iran-Krieg
Russland als großer Gewinner des Iran-Kriegs

Israelische Sicherheitsexperten analysieren die Folgen des Iran-Konflikts

Das renommierte Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) in Tel Aviv hat in einer aktuellen Analyse die geopolitischen Auswirkungen des anhaltenden Konflikts mit dem Iran bewertet. Zwei führende Experten des Think Tanks äußerten sich in einem exklusiven Gespräch über die strategischen Entwicklungen und unerwarteten Konsequenzen der militärischen Auseinandersetzung.

Taktische Erfolge und veränderte öffentliche Meinung

Dr. Jesse Weinberg, ein 35-jähriger Sicherheitsexperte des INSS, betonte zunächst die erheblichen taktischen Erfolge, die seit Beginn der Luftangriffe erzielt wurden. „Israel und die USA agieren dabei erstmals fast Hand in Hand“, erklärte Weinberg. Diese beispiellose Kooperation zwischen den beiden Nationen markiere einen historischen Moment in der bilateralen Sicherheitszusammenarbeit.

Gleichzeitig wies der Experte auf eine besorgniserregende Entwicklung hin: „Die öffentliche Meinung in den USA ist erstmals seit Beginn der Erhebungen mehr aufseiten der Palästinenser als aufseiten Israels“. Diese Verschiebung der öffentlichen Wahrnehmung stelle eine fundamentale Veränderung im traditionell starken US-israelischen Verhältnis dar.

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Weinberg beschrieb die paradoxe Situation mit einem literarischen Vergleich: „Ich möchte Charles Dickens zitieren: Es ist gleichzeitig die beste und schlimmste aller Zeiten“. In Anlehnung an Dickens‘ Werk „Eine Geschichte aus zwei Städten“ verdeutlichte er damit die Gleichzeitigkeit militärischer Erfolge und diplomatischer Rückschläge.

Wirtschaftliche Konsequenzen und russische Profiteure

Ein zentraler Punkt der Analyse betrifft die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts. Weinberg verwies auf die steigenden Benzinpreise in den USA: „Bei den Amerikanern hört der Spaß auf, wenn sie die Preise an der Zapfsäule steigen sehen“. Diese direkte Auswirkung auf den Alltag der US-Bürger könne die öffentliche Unterstützung für weitere militärische Maßnahmen erheblich beeinträchtigen.

Während Israel nach Aussage des Experten weitergehende Ziele verfolgt – „Israel will das Regime stürzen“ – sieht Weinberg dies als eher optimistisches Wunschziel an, das durch reine Luftkampagnen kaum zu erreichen sei.

Der eigentliche wirtschaftliche Gewinner des Konflikts sei jedoch Russland. Weinberg erklärte: „90 Prozent des iranischen Öls wird nach China verkauft. Wo sonst werden die Chinesen hingehen, um das zu ersetzen?“ Der Experte prognostiziert, dass China sich nach alternativen Öllieferanten umsehen müsse, was Russland in eine äußerst vorteilhafte Verhandlungsposition bringen würde.

Die daraus resultierenden Einnahmen in Rubel könnten dann, so Weinbergs Befürchtung, „die Ukraine – und Europa – militärisch weiter unter Druck setzen“. Diese indirekte Stärkung der russischen Position stellt eine ungewollte Nebenwirkung des Iran-Konflikts dar.

Machtverhältnisse und politische Motivationen

Professor Kobi Michael, ein 65-jähriger Experte für die Palästinenser-Gebiete und Kollege Weinbergs am INSS, wies entschieden die verbreitete Erzählung zurück, Israel habe die USA in den Krieg hineingezogen. „Das rührt einerseits von Antisemitismus, andererseits vom Hass auf Trump“, analysierte Michael die Ursachen dieser Darstellung.

Der Experte betonte die klaren Machtverhältnisse: „Wir können Amerika nichts aufzwingen. Wir sprechen hier von einer Supermacht. Wir sprechen von Jupiter und dem Zwerg. Jupiter sind die USA, und Israel ist im Vergleich nur der Zwerg. Und das sage ich als Israeli“. Diese bildhafte Beschreibung unterstreicht die asymmetrische Beziehung zwischen den beiden Nationen.

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Michael argumentierte, dass der Iran „die Interessen Amerikas nicht weniger als die Interessen Israels“ gefährde. Dabei verwies er auf eine persönliche Motivation des US-Präsidenten: „Vergessen Sie nicht: Das ist das Regime, das beabsichtigte, Präsident Trump zu ermorden“. Diese historische Belastung der Beziehungen zwischen Washington und Teheran spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle in der aktuellen Konfliktdynamik.

Die Experten des INSS kommen zu dem Schluss, dass der Iran-Konflikt weitreichende und teilweise unerwartete Konsequenzen hat. Während die militärische Zusammenarbeit zwischen Israel und den USA einen Höhepunkt erreicht hat, zeigen sich gleichzeitig Risse in der öffentlichen Unterstützung. Die wirtschaftlichen Profiteure des Konflikts könnten letztlich andere Akteure sein als die unmittelbar Beteiligten, wobei Russland als möglicher Hauptgewinner hervorgeht.