Tödlicher Schusswechsel vor Kuba: Wer waren die zehn Exil-Kubaner im Schnellboot?
Tödlicher Schusswechsel vor Kuba: Die zehn Exil-Kubaner

Tödlicher Schusswechsel vor Kubas Küste: Die Identität der zehn Exil-Kubaner

In der Karibik herrscht nach einem blutigen Vorfall vor der Nordküste Kubas Hochspannung. Bei einem Feuergefecht zwischen der kubanischen Küstenwache und Insassen eines Schnellboots aus Florida kamen vier Menschen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich nahe Villa Clara und wirft zahlreiche Fragen auf.

Die tödliche Konfrontation und ihre unmittelbaren Folgen

Laut Angaben der Regierung in Havanna eröffnete die Besatzung des Schnellboots zunächst das Feuer auf Grenzschützer, woraufhin die Küstenwache zurückschoss. Kuba wirft der Gruppe eine geplante „Infiltration mit terroristischen Motiven“ vor. Bei den Insassen soll es sich um in den USA lebende Kubaner handeln. Zusätzlich wurde der mutmaßliche Verbindungsmann Duniel Hernández Santos auf der Insel festgenommen, der die Gruppe an Land in Empfang nehmen sollte.

Ermittler fanden an Bord des Bootes eine beunruhigende Ausrüstung: Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, Molotowcocktails, kugelsichere Westen, Tarnkleidung und weitere taktische Ausstattung. Das Schnellboot war in den Florida Keys registriert und trug das Kennzeichen FL7726SH. Laut Behörden wurde das Boot gestohlen, der eigentliche Eigentümer gilt jedoch nicht als verdächtig.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Identität eines Getöteten und seine Motive

Einer der Erschossenen wurde als Michel Ortega Casanova identifiziert, ein Lkw-Fahrer aus Florida. Sein Bruder Misael berichtete der Agentur AP, dass Casanova von einer „obsessiven Mission für Kubas Freiheit“ getrieben gewesen sei. Er habe oft über das „große Leid“ auf der kommunistisch regierten Insel gesprochen. Die Familie habe nichts von der geplanten Fahrt nach Kuba gewusst und sei nun „am Boden zerstört“.

Casanova lebte seit zwei Jahrzehnten in den USA und hinterlässt eine schwangere Tochter. Havanna teilte mit, dass alle zehn Beteiligten eine „kriminelle und gewalttätige Vergangenheit“ hätten und bereits zwei Haftbefehle vorlägen.

Politische Reaktionen und internationale Spannungen

Die US-Regierung kündigte an, den Vorfall in Eigenregie zu untersuchen. Außenminister Marco Rubio äußerte sich in einer ersten Reaktion skeptisch zu den Angaben der kubanischen Regierung und bezeichnete das Feuergefecht als „höchst ungewöhnlich“. Die Spannungen zwischen Washington und Havanna waren bereits zuvor eskaliert, nachdem die USA sämtliche Öl-Exporte nach Kuba blockiert hatten, was zu einer schweren Versorgungskrise führte.

Washington macht kein Geheimnis aus seiner Hoffnung auf einen Sturz des KP-Regimes. Die Kernfrage bleibt: Handelte die Zehnergruppe in Eigenregie – oder war sie Teil verdeckter Operationen zur Destabilisierung Havannas? Die Untersuchungen beider Seiten werden weitere Aufschlüsse über die Hintergründe dieses tragischen Vorfalls liefern müssen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration