Nato-Gipfel: Trump attackiert Spanien und pocht auf Grönland
Trump-Attacken auf Nato-Partner: Spanien und Grönland im Fokus

Beim Nato-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump die Hoffnung auf ein geschlossenes Auftreten der Allianz zerstört. Mit scharfen Attacken gegen Spanien und erneuten Forderungen nach Grönland sorgte er für einen Eklat. Selbst Nato-Generalsekretär Mark Rutte, bislang als Trump-Versteher bekannt, widersprach dem US-Präsidenten öffentlich.

Trump kündigt Handelsbeziehungen mit Spanien auf

Noch vor der Arbeitssitzung des Gipfels kündigte Trump an, die Handelsbeziehungen mit Spanien wegen fehlender Unterstützung im Irankrieg zu beenden. Spanien hatte den USA die Nutzung von Militärbasen für Angriffe auf Iran verweigert. Zudem weigert sich Ministerpräsident Pedro Sánchez, das Nato-Ziel von fünf Prozent des BIP für Verteidigung zu erfüllen. „Spanien ist ein furchtbarer Partner in der Nato. Sie nehmen nicht teil, sie zahlen nicht“, sagte Trump bei einem Treffen mit Rutte. „Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben.“

Allerdings ist Trumps Vorhaben rechtlich schwierig, da Spanien EU-Mitglied ist und Handelsfragen weitgehend von der EU-Kommission geregelt werden. Ein Sprecher der EU-Kommission forderte Trump auf, sich an die Handelsvereinbarung mit der EU aus dem Vorjahr zu halten.

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Rutte widerspricht Trump erstmals öffentlich

Das Poltern des US-Präsidenten ging selbst Rutte zu weit. Als Trump beklagte, dass nicht alle Verbündeten die Nutzung von US-Basen für Angriffe auf Iran erlaubt hätten, widersprach Rutte: 5000 Flugzeuge seien zur Unterstützung der US-Offensive aus Europa gestartet. „5000 ist...“, setzte Trump an, wurde aber von Rutte unterbrochen: „gewaltig“, sagte der Nato-Chef. Es war das erste Mal, dass Rutte Trump öffentlich widersprach, nachdem er ihn zuvor sogar als „Daddy“ bezeichnet hatte.

Grönland-Forderung: Frederiksen weist Trump scharf zurück

Auch das Thema Grönland warf Trump erneut auf. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies die Forderung scharf zurück: „Grönland steht natürlich nicht zum Verkauf. Natürlich werden wir das Königreich Dänemark verteidigen.“ Sie forderte Trump auf, die Selbstbestimmung Grönlands zu respektieren.

Interessanterweise trat Trump hinter verschlossenen Türen laut Teilnehmerkreisen ganz anders auf – „in keiner Weise vorwurfsvoll“. Grönland und Spanien seien dort kein Thema gewesen. Der öffentliche und interne Auftritt stünden „in einem gewissen Kontrast“. Immerhin reiste Trump nicht vorzeitig ab und nahm an der Arbeitssitzung teil.

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