Trump attackiert Nato nach Treffen mit Rutte: „Denkt an Grönland!“
Das Krisentreffen ist vorbei – doch der Streit bleibt: US-Präsident Donald Trump (79) hat die Nato nach seinem Gespräch mit Generalsekretär Mark Rutte (59) erneut scharf angegriffen. Seine Wut über die Haltung der Verbündeten im Iran-Krieg sei ungebrochen. Am Mittwochabend schrieb Trump auf Truth Social: „Die Nato war nicht da, als wir sie gebraucht haben – und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen. Denkt an Grönland, dieses große, schlecht geführte Stück Eis!!!“
Rund zwei Stunden Beratung im Weißen Haus
Zuvor hatten sich Trump und Rutte rund zwei Stunden im Weißen Haus beraten. Rutte äußerte sich erst danach – und schlug einen auffällig ausgleichenden Ton an. Gegenüber CNN sagte er: „Ja, es stimmt, nicht alle Europäer haben ihre Zusagen erfüllt, und ich verstehe vollkommen, dass er enttäuscht ist.“ Zugleich stellte er sich ausdrücklich vor den Großteil der Partner: „Die große Mehrheit der europäischen Länder hat Unterstützung geleistet“, etwa bei Basen, Logistik und Überflugrechten.
Insgesamt habe es in Europa „breite Unterstützung“ für das Ziel gegeben, Irans Atom- und Raketenfähigkeiten zu schwächen – auch wenn viele Staaten auf Diplomatie gesetzt hätten. Diesen Ansatz kritisierte Rutte: Verhandlungen könnten „zu lange dauern“.
Auslöser ist der Konflikt um den Angriff der USA und Israels auf den Iran
Mehrere europäische Staaten verweigerten Unterstützung oder setzten Grenzen: Spanien sperrte seinen Luftraum für amerikanische Militärmaschinen, Italien blockierte zeitweise eine Basis auf Sizilien, Frankreich erlaubte die Nutzung eines Stützpunkts nur unter Auflagen. Der US-Präsident reagierte verärgert und warf den Verbündeten vor, die USA im Stich gelassen zu haben – explizit auch Deutschland, nachdem führende Politiker den Waffengang kritisiert hatten, einschließlich des Bundespräsidenten.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte vor dem Treffen die Linie des Präsidenten klargemacht: Die Nato sei „getestet worden – und sie hat versagt“. Wörtlich sagte sie: „Es ist ziemlich traurig, dass die Nato dem amerikanischen Volk in den vergangenen sechs Wochen den Rücken gekehrt hat – obwohl die Amerikaner ihre Verteidigung finanzieren.“
Trump-Regierung prüft Strafmaßnahmen gegen Nato-Staaten
Nach Informationen des „Wall Street Journal“ prüft die Trump-Regierung, Nato-Staaten, die sie als unkooperativ empfinde, „zu bestrafen“. Im Gespräch ist, amerikanische Truppen aus Ländern wie Deutschland oder Spanien abzuziehen und in Staaten zu verlegen, die sich beim Angriff auf den Iran kooperativer zeigten – Polen etwa oder Rumänien.
Ein formeller Austritt der Vereinigten Staaten aus der Nato, mit dem Trump ebenfalls beständig kokettiert, gilt zwar als unwahrscheinlich, weil der Präsident unter anderem die Zustimmung des Senats bedürfte. Doch schon kleinere Schritte hätten Gewicht: Die USA stellen mit mehr als 80.000 Soldaten in Europa den zentralen Pfeiler der Nato.
Eine Verlagerung nach Osteuropa würde sie näher an die russische Grenze bringen – ein Ergebnis, das Moskau voraussichtlich provozieren würde. Trotz Ruttes diplomatischer Töne ist klar: Der Konflikt zwischen Washington und seinen europäischen Partnern ist nach dem Treffen nicht gelöst.



