US-Präsident Donald Trump hat beim Nato-Gipfel in Ankara seine umstrittenen Besitzansprüche auf Grönland erneuert. Bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erklärte Trump, die weltgrößte Insel solle von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden. Konkrete Handlungen kündigte er jedoch nicht an.
Trump droht hypothetisch mit Truppenabzug aus Europa
Stattdessen wiederholte Trump seine bekannte Kritik an Europa. „Wir könnten alle unsere Soldaten aus Europa abziehen“, drohte er hypothetisch. Auch hierzu gab es keine konkreten Ankündigungen. Europa sei heute ein ganz anderer Ort als noch vor 20 Jahren, so Trump. Wenn die Europäer bei ihrer Einwanderungs- und Energiepolitik nicht vorsichtig seien, werde es „kein Europa mehr geben“.
Hochrangiger US-Beamter: Erwerb Grönlands einzige Lösung
Bereits am Wochenende hatte ein hochrangiger US-Beamter klargemacht, dass eine Übernahme Grönlands aus US-Sicht der einzige Weg sei, um Sicherheitsrisiken in der Arktis langfristig zu begegnen. „Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der Nato in Bezug auf Grönland zu decken“, sagte der Beamte zu Journalisten. Zugleich erklärte er, dass auch weitere Optionen geprüft würden, ließ aber offen, wie diese aussehen könnten.
Der Beamte verwies auf „rege Marineaktivitäten“ in der Region um Grönland und betonte, dass Trump eine „dauerhafte“ Lösung anstrebe. „Bislang sehen wir als einzige Lösung den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten“, so der Beamte weiter.
Trumps Besitzansprüche schockierten Nato-Partner
Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der Militärallianz geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher, und damit auch nicht die USA.
Seine Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm Trump zurück, ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er jedoch fest. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, um einen Kompromiss zu finden.



